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Morgenglosse

Wie man Menschen von der Arbeit fernhält

Spargelhof, Weiszer Spargel wird nach der Ernte gewaschen, gekuerzt und nach Qualitaeten sortiert, bei Dormagen, Rheinland
imago images/Jochen Tack
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Was passiert aktuell auf dem heimischen Arbeitsmarkt? Man wird den Eindruck nicht los, dass jene die arbeiten wollen, nicht dürfen, und jene die dürfen, nicht immer wollen.

Die Verfassungsrichter können sagen was sie wollen. Arbeitsminister Martin Kocher will weiterhin dafür sorgen, dass Asylwerber in Österreich nicht arbeiten dürfen, solange sie keinen positiven Asylbescheid in Händen halten. Nur dort, wo sie Österreichern nicht den Job wegnehmen, dürfen sie eingesetzt werden. Also etwa als Erntehelfer. Die Sache bringt die türkis-grüne Regierung wieder etwas in Wallung. Und natürlich kann man trefflich darüber streiten, dass Asyl und Arbeitsmigration zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Wenn man will, kann man sich aber auch die Frage stellen, was da gerade abläuft auf dem heimischen Arbeitsmarkt. Man wird den Eindruck nicht los, dass jene die arbeiten wollen, nicht dürfen, und jene die dürfen, nicht immer wollen. Wenn bei 350.000 Arbeitslosen tausende Jobs nicht nachbesetzt werden können, dann stimmt doch etwas nicht. Und da geht es nicht darum, dass Hungerlöhne bezahlt oder unzumutbare Dinge gefordert werden. Es gibt schlicht niemanden, der sich für einen Job als Gärtner, Kellner oder Haustechniker bewirbt. Wir reden also nicht von hochspezialisierten IT-Fachleuten. Und natürlich liegt es da und dort auch an der schlechten Bezahlung. Aber in den meisten Fällen wären Unternehmer dankbar, wenn sie übers Gehalt überhaupt verhandeln könnten. Doch es kommt niemand, der auch nur fragt, was er verdienen würde. Es gibt Betriebe in Österreich, die haben „Kopfgelder“ ausgesetzt. Mitarbeiter, die einen neuen Kollegen anwerben, erhalten Prämien.

Möglicherweise haben in Österreich mehr Leute Angst, dass ihnen das Arbeitslosengeld gekürzt wird, als dass man ihnen einen Job vor der Nase wegschnappen könnte.