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Halbjahresbilanz

Verbund erhöht Prognose nach gutem ersten Halbjahr

Das Verbund-Wasserkraftwerk in GössendorfEduard Aldrian
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Der Wasserkraft-Konzern profitierte von höheren CO2-Preisen und dem Zukauf der Gas Connect Austria.

Nach einem guten ersten Halbjahr erhöht der Verbund-Stromkonzern seine Erwartungen für das operative Ergebnis und den Nettogewinn. Die Eigenstromerzeugung lag bis Juni zwar unter dem Vorjahr, man profitierte aber von höheren CO2-Preisen und auch von der Erstkonsolidierung der Gas Connect Austria (GCA). Der Stromabsatz des Konzerns war im Halbjahr etwas geringer, im Endkunden-Segment legte er jedoch zu.

Bis Juni steigerte der Konzern das EBITDA um 2,5 Prozent auf 655 Millionen Euro und das Konzernergebnis um 4,5 Prozent auf 325 Millionen Euro. Im Gesamtjahr 2021 sollen es 1,31 bis 1,41 Milliarden Euro beim EBITDA und 590 bis 660 Millionen Euro beim Nettogewinn sein, erklärte das börsennotierte Unternehmen am Donnerstag.




Profitiert hat der zu 51 Prozent der Republik Österreich gehörende Stromkonzern bis Juni von weiter deutlich verbesserten energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen - vor allem deutlich erhöhten CO2-Zertifikatpreisen und höheren Preisen für Primärenergieträger. Letztere bestimmen die Großhandelspreise für Strom, erste sind für den Umstieg von CO2-intensiver Kohleverstromung zu CO2-ärmerer Gasverstromung entscheidend. Dem Wasserkrafterzeuger Verbund kommen diese Entwicklungen sehr entgegen.

Im ersten Halbjahr lag der Erzeugungskoeffizient der Verbund-Laufwasserkraftwerke mit 0,96 unter dem langjährigen Durchschnitt von 1,0 und um einen Prozentpunkt über dem Vergleichswert des Vorjahres. Die Erzeugung der Jahresspeicherkraftwerke sank wegen eines geringeren natürlichen Zulaufs und einem geringeren Wälzbetrieb um 16,0 Prozent. Somit sei die Stromerzeugung aus Wasserkraft im Jahresabstand um 430 Gigawattstunden (GWh) gesunken.

Rückgänge bei Eigenerzeugung

Die Verbund-Eigenerzeugung ging um 5,9 Prozent auf 15.223 GWh zurück. Dabei sank sie aus Wasserkraft um 2,9 Prozent auf 14.561 GWh. Aus Windkraft wurde mit 444 GWh um 13,8 Prozent weniger produziert, aus Wärmekraft mit 217 GWh um 67,9 Prozent weniger. Das Gas-Kombikraftwerk Mellach (GDK Mellach) erzeugte wegen eines geringeren Einsatzes für das Engpassmanagement um 125 GWh weniger Strom als im Vorjahresvergleich. Und das Fernheizkraftwerk Mellach (FHKW Mellach) kam kaum zum Einsatz, heißt es im Halbjahresbericht.

Der gesamte Verbund-Stromabsatz war im Halbjahr mit 28.632 GWh um 7,5 Prozent geringer, jedoch wuchs er im Bereich der Endkunden um 4,3 Prozent auf 7.023 GWh an. Der Kundenstock betrug hier Ende Juni rund 523.000 Strom- und Gasabnehmer. Gegenüber Weiterverteilern sank der Absatz um 8,8 Prozent auf 13.100 GWh, an Händler sogar um 13,5 Prozent auf 8.510 GWh.

Nach Ländern entfiel vom Absatz mehr als die Hälfte (16.060 GWh, -5,0 Prozent) auf Österreich, gut ein Drittel auf Deutschland (10.110 GWh, -10,8 Prozent) und 2.083 GWh (-9,3 Prozent) auf Frankreich.

Profit durch Gas-Connect-Übernahme

Positiv auf die Ergebnisentwicklung wirkten sich im Halbjahr deutlich höhere Spotmarktpreise auf dem Großhandelsmarkt für Strom aus, während die Terminmarktpreise rückläufig waren. Der im Schnitt erzielte Absatzpreis aus der Wasserkraft-Eigenerzeugung stieg um 2,2 Euro auf 46,6 Euro pro Megawattstunde (MWh). Zudem resultierte ein positiver Ergebnisbeitrag aus der erstmaligen Vollkonsolidierung des Leitungsbetreibers Gas Connect Austria (GCA), dessen 51-Prozent-Mehrheit der Stromkonzern dem Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV abgekauft hatte; das Closing erfolgte per Ende Mai.

Die Dividenden-Ausschüttungsquote für 2021 soll zwischen 45 und 55 Prozent des um Einmaleffekte bereinigten Konzernergebnisses liegen, das aktuell zwischen rund 580 Millionen und 650 Millionen Euro erwartet wird, so der Verbund. Im Halbjahr betrug das bereinigte Konzernergebnis 315 Millionen Euro (+4,7 Prozent).

Der Personalstand des Verbund lag im Schnitt bei 3.011 (2.830), ein Plus von 6,4 Prozent.