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Ermittlungen

Parteispenden an FPÖ gegen Prestigeposten?

AUT, FPOe, Nach der Wahl ist vor der Wahl
Norbert Hofer und Heinz-Christian Strache verhandelten mit Stieglitz über Aufsichtsratsposten.Michael Gruber / EXPA / pictured
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Unternehmer Siegfried Stieglitz wollte von der FPÖ „möglichst viele Aufsichtsratsmandate“. Er spendete – und seine Wünsche wurden erfüllt. Teilweise.

Wien. Der U-Ausschuss-Verfahrensrichter Wolfgang Pöschl hat in seinem Abschlussbericht zum Ibiza-U-Ausschuss verdeckte Parteispenden vor allem bei der FPÖ festgestellt. Die Begünstigung eines Spenders ist für ihn aber nur in einem Fall klar: Der Immobilienunternehmer Siegfried Stieglitz ist unter Türkis-Blau zum Asfinag-Aufsichtsrat bestellt worden. Er hat zuvor an einen FPÖ-nahen Verein gespendet und die Partei im Wahlkampf unterstützt. Stieglitz' Einvernahme liegt der „Presse“ exklusiv vor. Sie zeichnet ein unverhohlenes Sittenbild von Spenden und Versprechungen.

Siegfried Stieglitz sieht sich in seiner Branche unter den „Top 10“. Er ist eine Art Selfmademan, hat eine AHS-Matura, kein abgeschlossenes Studium – dafür aber einen Doktortitel. Stieglitz ließ sich in Skopje zum Ehrendoktor ernennen. Außerdem ist er Honorarkonsul von Mazedonien. „Ich bin für all meine Freunde der Dr. h. c., und ich lege auch Wert darauf, weil ich auf diese Würdigung sehr stolz bin“, sagte Stieglitz bei seiner Zeugeneinvernahme Ende Juli bei der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA).