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Salzburger Festspiele

Wagner in Salzburg – mit manchen Missverständnissen

Bariton Matthias Goerne, Dirigent Manfred Honeck und das Gustav Mahler Jugendorchester.(c) ©MarcoBorrelli
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Das Gustav Mahler Jugendorchester glänzte unter Manfred Honeck, trotz aufgeblasener Orchestrierung und falscher Sängerwahl.

Wagner-Musik im sommerlichen Salzburg: Da konnte das Gustav Mahler Jugendorchester seinen Qualitätsstandard demonstrieren und sich mit einer Glanzleistung bei Manfred Honeck für die Tourneeleitung bedanken. Zum Auftakt das „Siegfried-Idyll“ in einer aufgeplusterten Orchesterbesetzung – das birgt in der heimtückischen Akustik der Felsenreitschule Risken. Die intendierte Intimität für Cosimas Ständchen geht verloren, die Kitsch-nahe Resteverwertung des „Siegfried“ klingt pauschal. Wenn sich Manfed Honeck auch noch so sehr um zarteste Tongebung und Phrasierung bemüht: die Larmoyanz bleibt.

Daraufhin anderes Zwischenmenschliches: die „Wesendonck-Lieder“, Träume als Kommunikationsersatz, zur Sublimierung. Wagner gab sich bedenkenlos den mäßigen Texten der angebeteten Mathilde Wesendonck hin, um vom Geld ihres Gatten zu leben. Tristan-nahe Töne zum Ausschwitzen innerster Sehnsüchte. Vorgeführt nun mit allerhand Missverständnissen. Die Orchestrierung von Hans Werner Henze ist für Kammerbesetzung gedacht, aufgeblasen bringt sie keine Vorteile gegenüber der plüschigen Version Felix Mottls.