Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Soft Skills

Die eigenen Denkmuster reflektieren

Kommunikation, Teamwork und Konfliktlösungskompetenz gehören zu den beruflich gefragtesten Soft Skills.
Kommunikation, Teamwork und Konfliktlösungskompetenz gehören zu den beruflich gefragtesten Soft Skills.Getty Images
  • Drucken

Persönlichkeitsentwicklung beginnt vielfach damit, eigene Prägungen zu identifizieren und konstruktive, angemessene Lösungen für Konflikte zu finden.

Soft Skills sind das Potenzial einer Person, mit Menschen und deren Handlungsweisen, aber auch gut mit sich selbst umzugehen. Man spricht auch von weichen Fähigkeiten oder sozialer Kompetenz, wie zum Beispiel Teamfähigkeit, Kommunikationsinstrumenten, Konfliktfähigkeit, Einfühlungsvermögen“, erklärt Gabriela Konrad, Leiterin der Soft Skills Academy am Wifi Österreich.

 

Beziehungen online und offline

Es sei besonders in Zeiten von digitalen Medien wichtiger denn je, „dass wir als Persönlichkeit einen guten und angemessenen Eindruck hinterlassen und uns in eine positive Beziehung zu anderen Menschen setzen. Denn egal, ob offline oder online: Letztlich geht es darum, Menschen zu erreichen.“ Der Diplomlehrgang auf dem Wifi setzt sich aus sieben Modulen zusammen, die berufsbegleitend an Wochenenden abgehalten werden. Dabei lernen Führungskräfte, aber auch Trainer, Coaches und sonstige Interessierte die Kunst der Kommunikation. Denn die außerfachlichen Fähigkeiten seien – neben der fachlichen Qualifikation – „eine wichtige Voraussetzung in nahezu jedem Job und können gezielt trainiert werden“. Weitere Schwerpunkte der Soft Skills Academy: Persönlichkeitswerte, Rhetorik und Konstruktivismus.

Diese Erkenntnistheorie beschäftigt sich mit der Frage, wie wir zu unseren Erkenntnissen und zu unserem Wissen kommen. „Das Erwerben zusätzlicher Kompetenzen, die über reines Fachwissen hinausgehen, trägt unter anderem dazu bei, die eigenen, kulturell geprägten Denkmuster zu reflektieren oder Erfahrungen mit Diversität konstruktiv zu nutzen“, sagt Edeltraud Hanappi-Egger, Rektorin der Wirtschaftsuniversität Wien.

 

Vorteil auf dem Arbeitsmarkt

Es gehe auch darum, den Umgang mit Konflikten zu lernen und Resilienz aufbauen zu können. Auch auf dem Arbeitsmarkt sei es von Vorteil, wenn Bewerber nicht nur fachliche Qualifikationen mitbringen, „sondern auch soziale Fähigkeiten wie Kommunikations- und Präsentationskompetenzen und Teamfähigkeit.“ An der WU spielen Soft Skills in Universitätslehrgängen wie Marketing und Sales, Health Care Management oder Tourismus- und Eventmanagement eine Rolle. Auch die WU als Institution bietet ihren Mitarbeitern Weiterbildungen in Bereichen wie Stressbewältigung und Konfliktmanagement an. „Es ist gut, wenn das eigene Denken und die eigenen Verhaltensmuster einmal hinterfragt werden“, sagt Hanappi-Egger.

Interne wie offene Seminare zur Aneignung von Soft Skills bietet auch die Donau-Universität Krems im Rahmen ihrer Governance Academy an. Vor allem die Zeit während des Lockdowns habe gezeigt, dass Tätigkeiten im Home-Office eine Auseinandersetzung mit Social und Soft Skills notwendig werden ließen, sagt Walter Seböck, stellvertretender Leiter des Departments für E-Governance in Wirtschaft und Verwaltung: „Die Führung verteilter, digital vernetzter Teams ist eine immense Herausforderung, da neue Kommunikationsstrukturen und Verbindlichkeiten gesucht werden müssen.“ Der Angebotsbogen reicht von Mindful Leadership über Konfliktmanagement bis zu Agiler Führung. Die Zertifikatsweiterbildungen dauern zwischen einem und neun Tagen.

 

Selbst Trainer werden

Will man sich ganz dem Thema Soft Skills verschreiben, kann man den Lehrgang zum Soft-Skills-Trainer ansteuern. Die von der Weiterbildungsakademie (WBA) Österreich akkreditierte Ausbildung mit 12,5 ECTS richtet sich unter anderem an Personen, die in betrieblichen Bereichen Mitarbeiterverantwortung tragen sowie ihre Kompetenzen im Bereich sozialer Fähigkeiten erweitern möchten. Soft-Skills-Trainer unterstützen auf diesem Weg des Findens beziehungsweise Erfindens von Lösungen für den Umgang mit sich selbst und miteinander. „Der Output eines Soft-Skills-Trainings für Teilnehmende muss sein, dass man zuerst auf der mentalen Ebene Erfahrungen aus der Vergangenheit oder dem aktuellen Lebensumfeld reflektiert“, sagt Lehrgangsleiter Manfred Hofferer. Danach werden unter Zuhilfenahme theoretischer Erklärungskonzepte und -modelle praktische Umsetzungsmöglichkeiten gesucht.

Web: www.bildungspartner.eu/bildungsangebote, www.donau-uni.ac.at, www.wu.ac.at, www.wifi.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.09.2021)