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Bügelfreie Lingerie von Studio Miyagi
Unterwäsche

Der BH befreit sich von seinen Zwängen

Immer mehr Lingerie-Labels setzen auf bügellose BHs. Der Beginn einer soften und freiheitsliebenden Ära.

Bis heute gelten Bügel oft als und unerlässlich für Form und Funktion eines BHs: Ein Mythos, der sich hartnäckig zu halten scheint. Spätestens jedoch seit dem Launch der von TV-Star Kim Kardashian kreierten Unterwäschen-Brand SKIMS bröckelt das Image der Bügel-Büstenhalter gewaltig. Maßgeblich für den Halt seien nämlich vor allem das Material und der Schnitt, erklärt Maria Neffe, Mitgründerin des Wiener Unterwäschelabels Studio Miyagi.

Die Marke arbeitet vor allem mit nachhaltigen Stretchstoffen, vorrangig MicroModal und Tencel und anderen Materialien aus Dead-Stock. Dabei handelt es sich um Überbleibsel von großen Fabriken und Modehäusern, denen keine Verwendung mehr bevorsteht - bis sich eben ein anderer Abnehmer findet. „Dass große Brüste nach einem anderen Halt verlangen als kleine, ist klar. Allerdings muss es dafür kein Bügel sein,“ so Neffe.

Mit Maß und Ziel

Das elastische Material, eingenähter Gummi inklusive, sorge ebenso für Halt. Gemeinsam mit Kogründerin Veronika Bäck bietet Neffe in ihrem Studio in der Stumpergasse 44 im sechsten Wiener Gemeindebezirk maßgeschneiderte BHs an. Dieser Service werde vor allem von Frauen mit großem Körbchen genutzt. In Zukunft will man sich bei Studio Miyagi verstärkt dem Erstellen von Schnitten widmen, die bei großen Brüsten für aureichend Unterstützung sorgen.

Modell Black Magic von Studio Miyagi
Modell Black Magic von Studio MiyagiJulie Brass

Auch Susanna Gangl, Designerin des Newcomer-Labels Soda Lingerie, hat sich in den letzten Monaten auf das Schneidern von Unterwäsche in großen Größen verlegt. Auch hier liegt der Fokus auf bügellosen Modellen. Denn Gangl ist ebenfalls der Meinung, dass Bügel und guter Halt nicht unabdingbar miteinander verknüpft sind. Halt und Form würden oft miteinander verwechselt. „Wir müssen unser Bild vom Busen selbst verändern. Ein bügelloser BH unterstützt genauso gut, presst den Busen aber in keine bestimmte Form,“ sagt Gangl.

Die Industrie bewege sich aber bereits in die richtige Richtung. Anfangs dachte die Wiener Designerin, sie brauche für ihre größeren Modelle erheblich mehr Stoff, um den Halt gewährleisten zu können. In Wahrheit musste sie jedoch vor allem die Schnitte abwandeln. Ab November bietet das junge Label seine BHs in zehn verschiedenen Größen an. Zu finden sind diese online oder auf terminliche Anfrage im Studio in der Maria-Lassnig-Straße 33 im zehnten Bezirk.

Modell Salvia von Soda Lingerie
Modell Salvia von Soda LingerieSoda Lingerie

Die Motivation der Label-Gründerinnen war dieselbe. Es galt bequeme, alltagstaugliche Lingerie zu kreieren, die einen ästhetischen Anspruch verfolgt. Was dabei rauskommt sind zwei Stile, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Während Studio Miyagi auf einen unaufgeregten, avantgardistischen Minimalismus in Sachen Design setzt, findet man bei Soda Lingerie träumerische Spitze und klassische Cuts. Bequemlichkeit ist jedoch nicht der einzige Treiber hinter den beiden Brands. Um nachhaltig zu produzieren, konzentriert man sich im Design- und Produktionsprozess auf das Wichtigste. Überflüssiges Material einzusparen - die Bügel etwa -  reduziert schließlich den ökologischen Fußabdruck eines jeden BHs.