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Shortlist Österreichischer Buchpreis

Daniela Chana: Das Risotto der Raubkatze

Daniela Chana (Archivbild)
Daniela Chana (Archivbild)(c) imago/Rolf Zöllner
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In Daniela Chanas Erzählband „Neun seltsame Frauen“ wird die Realität durchlässig. Nebenbei entwirft die Autorin eine kleine Utopie einer Gesellschaft, nach der sich viele sehnen – weniger Kapitalismus, mehr Empathie und Interesse an den Mitmenschen.

Sie sehnen sich nach der geringsten sich auftuenden Verbindung, sind jedoch auch gerne für sich. Sie genießen ihre Reisen und bemerken zu Hause, „dass es keinen schöneren Chor gab als den von Waschmaschine und Kaffeemaschine“. Sie verspüren einen Wunsch nach Partnerschaft, sind jedoch erleichtert, sobald der Geliebte die Wohnung wieder verlässt. Widersprüche solcherart zeichnet die meist allein lebenden Frauen in Daniela Chanas Prosadebüt aus. Kunstvoll verwebt die Autorin Rätselhaftes, literarische Genres und eigenwillige Wandlungen und weicht die Grenzen von Fantastischem und Realem entschlossen auf.

Gleichzeitig ist „Neun seltsame Frauen“ ein präzises Buch über die Zerrüttungen der gegenwärtigen Verhältnisse, es geht um ungleiche Machtstrukturen in Paarkonstellationen, Perspektivlosigkeit und Ausbeutung durch prekäre Arbeit. Von einer erfolglosen Jobsuche schlittert etwa eine Ich-Protagonistin direkt in eine Ehe, unterbrochen nur von einer Depression als Zwischenstopp. Über erfolgreiche, aber unglückliche Leute denkt sie nur kopfschüttelnd: „Die mussten nicht einmal arbeitslos sein, damit es ihnen schlecht ging!“