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Lokalkritik

Testessen bei Trixie Kiddo’s New Smoked BBQ

Christine Pichler
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Wir wurden geräuchert und haben es sehr genossen.
Eine Empfehlung für Fleisch, eine für Fisch.

Schatz, was machen wir heute?“ „Wir gehen in ein Kellerlokal beim Gürtel gleich bei der Wiener Stadthalle geräuchertes Fleisch essen.“ Es könnte passieren, dass die Reaktion auf diese Antwort nicht übertrieben euphorisch ausfällt. (Dieser Dialog ist natürlich frei erfunden.) Das ist aber ein Fehler, denn es handelt sich erstens um nicht irgendein Keller­lokal, sondern um das Trixie Kiddo’s New Smoked BBQ, das nach einer Figur aus „Kill Bill“ von Quentin Tarantino benannt wurde und sehr einladend wirkt. Dafür ist Hausherr Klaus Piber verantwortlich, schon wieder ein Veteran der Wiener Lokalszene (Yohm, Indochine, Frank’s), der zum Glück keine Ruhe geben kann.

Christine Pichler

Zudem schaffen Mauerwerk und Design-Heurigentische und -bänke eine gemütlich-junge Atmosphäre. Das Rauch-Lokal liegt auch nicht am Gürtel, sondern am Urban-Loritz-Platz und somit im siebten, zumal der 15. auch längst erfolgreich ­gen­trifiziert wird. (Ich bin böse, ich weiß.) Jedenfalls geht es hier dank riesiger Grill- und Smoke-Gerätschaften ziemlich zur Sache, das anfangs dezente Räucher-Aroma ziert nicht nur jedes Gericht, ­sondern auch Luft und Kleidung für Tage. Genau genommen wird hier eben nicht nur gegrillt, sondern gesmoked, was – Eingeweihte oder besser Eingeräucherte wissen das – eine echte Raketenwissenschaft ist. Ich erspare Ihnen das ergoogelte Fachwissen und halte fest: Es mag alles duften wie Speck, schmeckt dann aber sehr viel subtiler und nach mehr.

Ein Bubentraum

Da gibt es etwa wunderbare Kreationen wie einen matschigen Tomatensalat, der mit viel Räucherzwiebel serviert wird. Das halbe Huhn könnte nicht besser aromatisiert werden, schmeckt plötzlich nach was. Das Pulled Pork und die Rippchen vom Rind ­werden  – vor allem im US-Vergleich – mit wenig Gewürz behandelt, punkten auch dank exzellenter Fleischqualität. Piber scheint ideale Produzenten gefunden zu haben. Was er mit seinem alten Frank’s machen wird, weiß er noch nicht. Jetzt lebt er ­einmal einen kulinarischen Bubentraum. Schön.
Und noch eine Empfehlung des wieder­besuchten Restaurants: Der DiningRuhm nah der Wiedner Hauptstraße ist zu Recht fast allabendlich ausreserviert. Die Spezialisten für japanische (viel) und peruanische (weniger) Küche sind in Hochform. Ein besseres Sushi und bessere moderne Kombinationen findet man selten, das kommt hier schon dem Mochi nahe.

Trixie Kiddo’s New Smoked BBQ, Urban-Loritz-Platz 1, 1070 Wien, Tel.: +43/(0)1/533 78 05, ­Restaurant: täglich 12–22 Uhr.

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("Die Presse Schaufenster" vom 29.10.2021)