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Forschung

Corona: Wie Nasensprays helfen könnten

Nasenspray mit Rotalgen könnten helfen
ullstein bild via Getty Images
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Drei Forschungsprojekte untersuchen, wie man durch Reduktion der Viruslast in Nase und Rachen das Infektionsrisiko mindert und Krankheitsverläufe mildert.

Gibt es – abgesehen von Impfen, Abstand, Maske etc. – eine Möglichkeit, sich vor einer Ansteckung zusätzlich etwas besser zu schützen? Oder die Symptomdauer zu verkürzen? Daran wird gerade geforscht. Das erste Projekt betrifft bekannte Wundspüllösungen auf der Basis von hypochloriger Säure (z. B. Granudacyn, Veriforte med). Dass man an diese nun im Zusammenhang mit Corona denkt, ist einem Patienten zu verdanken. Michael Winter hat eine Sinusitis in Eigenregie besiegt, indem er eine solche Wundspüllösung zweckentfremdete. In der Coronakrise hatte Winter den Gedanken, dass die Lösung auch gegen das Virus helfen könnte, Christian Müller, Winters HNO-Arzt und Spezialist an der Med-Uni Wien, erschien das plausibel: „Hypochlorige Säure (HOCl) ist eine Substanz, die bewiesenermaßen auch in Körperöffnungen wie Nase und Mund gut verträglich ist und von der man weiß, dass sie Bakterien, Pilze und Viren zerstören kann“, sagt Müller.

Die Annahme lautet daher, dass HOCl die Viruslast im Nasen-und Rachen-Bereich (nachhaltig) senken kann. Ob sie stimmt, will man gemeinsam mit Bertold Renner, Pharmakologe an der Technischen Universität Dresden, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und eben mit Michael Winter in einer aufwendigen Studie (doppelblind, Placebo-kontrolliert) herausfinden. Eine mündliche Zusage einer Firma, diese durchzuführen, gebe es bereits, sagt Müller, er hofft auf eine Fixierung „in den nächsten Wochen“. Klappt alles, will man im ersten Quartal 2022 starten. Mit Ergebnissen sei dann 2023 zu rechnen.