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Kein Gebiet Europas ist so coronageschützt wie Gibraltar, der britische „Affenfelsen“ an Spaniens Küste. Dennoch tobt Corona erneut. Das ist erklärbar – und recht harmlos. Im Bild Gibraltars Flughafen im vergangenen Winter.
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Gibraltar

Infektionswelle trotz totaler Durchimpfung, aber Verläufe mild

Die kleine britische Besitzung an der spanischen Südküste ist praktisch komplett durchgeimpft, erlebt gerade aber eine enorme Covid-Welle. Wie kann das sein?

„No handshakes, no kisses“ mahnen die Behörden von Gibraltar, dem kleinen britischen Überseegebiet mit rund 34.000 Einwohnern an der spanischen Südküste. „Lassen Sie nicht zu, dass Covid die Weihnachtszeit ruiniert.“ Man müsse gerade jetzt, wo im Advent wieder Corona grassiert, „social distance“ wahren, sagte Gesundheitsministerin Samantha Sacramento.

Doch die weihnachtliche Vorfreude ist bereits getrübt: Alle öffentlichen Christmas-Partys wurden wegen der neuen Infektionswelle abgesagt – und genau die erstaunt massiv: Gibraltar hat nämlich die wohl höchste Impfquote Europas, wenn nicht der Welt, und erreichte bereits im März die Herdenimmunität. Tatsächlich sind 100 Prozent der impffähigen Bevölkerung (bis vor Kurzem noch mit Alterslimit 16 Jahre) komplett geimpft. Und dennoch ist man nicht gegen eine Explosion der Fallzahlen gefeit.

Die Party ist wieder vorbei

Fabian Picardo (49), Regierungschef der britischen Exklave, beschwört sogar seine Leute, das Risiko ernst zu nehmen. Sonst könne es vor Weihnachten auf der kleinen Felsenhalbinsel (rund 7 km2 Fläche), auf der es die letzten freilebenden Affen Europas gibt, wieder Beschränkungen geben. Es sei weniger Party und mehr Eigenverantwortung angesagt, um einen Lockdown vermeiden. „Ich glaube, dass die Pandemie in den letzten Zügen liegt. Aber sie ist noch nicht vorbei.“

Wie konnte es zu dem Rückfall kommen? Warum gehen nun in diesem Impfparadies die Zahlen in die Höhe? Wurden die Beschränkungen voreilig aufgehoben?

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