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Energie

Belgiens Pläne für einen Atomausstieg 2025 wanken

APA/AFP/JOHN THYS
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Die Regierung nimmt ab heute Beratungen über den Bericht des grün geführten Energieministeriums auf. Doch immer mehr Politiker stellen den geplanten Atomausstieg in Frage.

In Belgien berät die Regierung ab heute über den für 2025 geplanten Atomausstieg. Grundlage ist ein Bericht des grün geführten Energieministeriums. Belgischen Medienberichten zufolge könnte die Regierung damit zwei Reaktoren mit rund 36 Jahren Laufzeit länger als 2025 am Netz lassen, wenn die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet ist.

Deutschland und Luxemburg drängen Belgien schon seit Jahren, seine zum Teil als pannenanfällig geltenden Atomkraftwerke sicherer zu machen. Kernkraftgegnerinnen und -gegner in der Grenzregion fordern das Aus für zwei Reaktorblöcke bei Lüttich unweit der deutschen Grenze und bei Antwerpen.

In beiden Meilern hatten Expertinnen und Experten bereits im Jahr 2012 gravierende Mängel festgestellt. Das Thema Atomausstieg gilt in Belgien als politisch heikel, da es zu Spannungen in der Koalitionsregierung geführt hat. Schnelle Entscheidungen werden deshalb nicht erwartet.

„Unmöglich, die Akw abzuschalten"

Doch die Pläne sind ins Wanken geraten. Politiker im flämischen wie französischsprachigen Teil Belgiens stellen den geplanten Ausstiegstermin offen in Frage – und begründen dies mit dem Klimaschutz. „Es ist unmöglich, die Atomkraftwerke 2025 abzuschalten“, sagt etwa der einflussreiche Senator Georges-Louis Bouchez von den wallonischen Liberalen, die zur belgischen Regierungskoalition gehören. Er meint, bei einem Ausstieg könne Belgien seine Klimaziele nicht erreichen.

Ähnlich argumentiert auch die wohlhabende Region Flandern, in der gut die Hälfte der knapp zwölf Millionen Belgier leben. Sie weigert sich, dem Bau eines modernen Gaskraftwerks zuzustimmen, das die entstehende Lücke bei der Energieversorgung füllen soll. Denn Gas ist ein fossiler Energieträger, und damit würden Belgiens Treibhausgase wieder zunehmen.

Das setzt die belgische Energieministerin Tinne Van der Straeten unter Druck. Die Grünen-Politikerin hat Ministerpräsident Alexander De Croo einen Fortschrittsbericht zu dem bereits 2003 beschlossenen Atomausstieg vorgelegt, über den ein Teil des Kabinetts am Freitag erstmals berät. Nach Angaben belgischer Medien lässt er der Regierung eine Hintertür offen: Danach könnten die beiden „jüngsten“ Reaktoren mit immerhin auch schon 36 Jahren Laufzeit länger als 2025 am Netz bleiben, wenn die Versorgungssicherheit nicht gewährleistet ist.

 

(AFP, red.)