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Kriminalroman

Mörderisches Malta

Menschenschmuggel auf Malta.
Menschenschmuggel auf Malta.(c) Reuters
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JM Stim alias „Datum“-Gründer Klaus Stimeder schickt in seinem ersten Krimi eine trinkfeste Ermittlerin in die Welt der Menschenschmuggler.

Kaum eine beliebte Urlaubsdestination, die nicht schon als Schauplatz für Krimis herhalten musste. Erstaunlich, dass der Inselstaat Malta dabei bisher weitgehend außen vor gelassen wurde – immerhin sorgte das kleine EU-Land in den letzten Jahren immer wieder für Schlagzeilen in der internationalen Chronik, etwa mit dem Mord an der Investigativ-Journalistin Daphne Caruana Galizia im Jahr 2017. Umso erstaunlicher, dass es mit JM Stim einen österreichischen Migrationsforscher und Autor mit Lebensmittelpunkt in Kalifornien brauchte, um einen packenden Malta-Krimi vorzulegen.

Hinter dem Pseudonym „JM Stim“ verbirgt sich niemand geringerer als Klaus Stimeder, der in Österreich als Journalist und als Gründungsherausgeber des Monatsmagazins „Datum - Zeichen der Zeit“ bekannt ist. 2010 verkaufte Stimeder seine Anteile und wanderte in die USA aus. Malta habe ihn wegen „seiner extremen Randlage und seiner schrägen Geschichte“ schon immer fasziniert, den Migrationsforscher in ihm habe dann die Rolle des Inselstaates in den Flüchtlingsbewegungen seit 2015 interessiert.

(c) Privat

In diese Welt taucht auch die ehemalige Journalistin Melita Micaleff ein, deren Liebe zu Frauen nur noch von der zu allem Alkoholischen in den Schatten gestellt wird. Als der junge Aaron Vella erstochen aus der Bucht am Rande von Maltas Vergnügungsviertel Paceville gefischt wird, beauftragt der ebenso einflussreiche wie undurchsichtige Anwalt Matthew Buttigieg Melita mit privaten Ermittlungen. Diese verkomplizieren sich durch eine Reihe mysteriöser Unfälle von Kindern, die Melita bald suspekt vorkommen.

Auch wenn die Aufmachung von „Malta Transfer“ an einen Reiseführer erinnert, versteckt sich hinter dem hübschen Cover ein anspruchsvoller Krimi vom Typ „hardboiled“: JM Stim verknüpft darin die brutale Welt der Menschenhändler mit einem spannenden Porträt Maltas. Ins hartgesottene Bild passt auch, dass Melita Micaleff weder privat noch in ihren Ermittlungen einen Stein auf dem anderen lässt.

(c) Franz Reichelt

JM Stim: „Malta Transfer“, Franz Reichelt, 224 Seiten, 15 Euro