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Fußball

Oliver Kahn: Der Reizfigur fehlt plötzlich Biss

1999 „knabberte“ Oliver Kahn Heiko Herrlich an, als Funktionär gibt er sich wesentlich zahmer.
1999 „knabberte“ Oliver Kahn Heiko Herrlich an, als Funktionär gibt er sich wesentlich zahmer.Bongarts/Getty Images
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Im Tor polarisierte Oliver Kahn, als Vorstand bei Bayern München tritt er (zu) ruhig auf. Statt seiner Worte soll ein Sieg gegen Dortmund also die Störfeuer löschen.

Dortmund/Wien. Auf dem Fußballplatz war Oliver Kahn keiner, der sich versteckt. Das bekam einst schon Andreas Herzog zu spüren, der als Mitspieler bei Bayern München von der Torwartlegende nach einem Ballverlust „geschüttelt“ wurde. Auch den deutschen Klassiker gegen Dortmund prägte Kahn mit: 1999 waren die Bayern sportlich längst gen Meistertitel enteilt, die Emotionen gingen trotzdem hoch. Erst biss der langjährige Bayern-Goalie Heiko Herrlich in den Hals, dann demonstrierte er gegenüber Stéphane Chapuisat, wer der Herr im Strafraum war – sein Kung-Fu-Tritt verfehlte den Schweizer. Die Partie endete 2:2 und mit zwei Ausschlüssen, Kahn durfte – VAR war damals noch kein Thema – durchspielen. Kritik an seinen Nationalteamleistungen, der Rückstand und Beschimpfungen durch BVB-Fans hätten dazu geführt, dass der „Deckel vom Kessel“ geflogen sei, klärte Kahn später in einem Buch auf.

Wer nach Kahns Karriereende 2008 auf Wutausbrüche und polternde Ansagen aus dem Off gehofft hatte, wurde enttäuscht. Vielmehr präsentierte sich der Ex-Profi als ruhiger und eloquenter TV-Experte, auch als neuer Vorstandsvorsitzender der Bayern kommen von ihm bislang keine lauten Töne, wie man das von Vorgänger Karlheinz Rummenigge und Ex-Präsident Uli Hoeneß gewohnt war. Und das wird ihm spätestens seit der eskalierten Mitgliederversammlung vergangene Woche auch zum Vorwurf gemacht. Klubmitglieder hatten das Auslaufen des Sponsorings durch Katar gefordert, es gab Rufe gegen den Vorstand und den wortlosen Abgang von Ehrenpräsident Hoeneß.