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Replik

Die eine schnelle Lösung gibt es nicht

Die Wirtschaftskammer hat sehr wohl ein Gesamtkonzept gegen den Fachkräftemangel. Aber ist noch viel zu tun.

In dem Beitrag „Die Fachkräftelücke und ihre hilflosen Verwalter“ (19. 11. 2021) macht Josef Urschitz auf den Fachkräftemangel aufmerksam, legt Defizite offen und fragt, warum niemand ein Gesamtkonzept hat. Dabei hat die Wirtschaftskammer Österreich ein Gesamtkonzept, das mittelfristig wirkt.

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Der österreichische Arbeitsmarkt erlebte zuletzt ein Auf und Ab: Vor dem aktuellen Lockdown lag die Arbeitslosigkeit deutlich unter dem Vorkrisenniveau und es gab noch nie so viele offene Stellen: Auf der AMS-Plattform Allejobs waren es weit über 200.000 und damit fast so viele wie Arbeitslose. Zwar erhöht der Lockdown kurzfristig die Arbeitslosigkeit. Längerfristig werden aber immer mehr Arbeitskräfte fehlen, weil die Babyboomer in Pension gehen und geburtenschwache Jahrgänge nachrücken.

Die Fachkräftesicherung ist Zehnkampf und Marathon zugleich. Die eine schnelle Lösung gibt es nicht. Die Fachkräfte-Offensive der Wirtschaftskammer Österreich (www.wko.at/fachkraeftesicherung) setzt daher mit einem Bündel an Maßnahmen in fünf Bereichen an:

1. Bildung/Qualifizierung
2. Arbeitsmarkt/Talent-Management
3. Vereinbarkeit von Beruf und Familie
4. Gesundheitsförderung/Pensionen
5. Qualifizierte Zuwanderung Im ersten Bereich geht es um eine praxisnahe Ausbildung: So modernisieren wir die Lehrbilder laufend und haben in den vergangenen Jahren die meisten Lehrlingseinkommen überproportional angehoben.

Das größte Problem auf dem Arbeitsmarkt ist die regionale Kluft – in Wien hohe Arbeitslosigkeit, im Westen viele freie Stellen – und dass die Unternehmen andere Qualifikationen benötigen, als sie die Bewerber haben. Daher forcieren AMS und wir die Mobilität von Arbeitskräften u. a. durch Unterstützung am Zielort sowie die Qualifizierung Arbeitsloser in den Betrieben. Von der Arbeitsmarktreform erwarten wir uns mehr Beschäftigungsanreize. Der Abstand zwischen Lohn und Transfers ist oft zu gering.