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Niederösterreich

Vater und Kind von Zug erfasst: Verdacht auf Mord und Suizid

NIEDEROeSTERREICH: VATER UND KIND VON ZUG ERFASST: VERDACHT AUF MORD UND SUIZID
Ein 38-Jähriger und seine sechsjährige Tochter wurden in Sollenau von einem Zug erfasst und getötet.APA/THOMAS LENGER
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Ein 38-Jähriger hatte sich mit seiner sechsjährigen Tochter in Sollenau auf die Gleise der Südbahnstrecke begeben. Dort wurden sie von einem Railjet erfasst und getötet. Weitere Ermittlungen zum Tathergang laufen.

Ein 38-Jähriger und seine sechsjährige Tochter sind in der Nacht auf Mittwoch in Sollenau (Bezirk Wiener Neustadt-Land) von einem Zug erfasst und getötet worden. Es bestehe der Verdacht von Mord und Selbstmord, teilte die Polizei in einer Aussendung mit. Der Vater soll sich mit dem Kind vor einem herannahenden Railjet, der Richtung Wien unterwegs war, auf die Gleise der Südbahn begeben haben. Der Mann und seine Tochter aus dem Bezirk Neunkirchen wurden tödlich verletzt.

Die Einsatzkräfte waren kurz nach 22.30 Uhr verständigt worden. Ein Großaufgebot an Helfern war im Einsatz, teilte die Freiwillige Feuerwehr Sollenau auf ihrer Webseite mit. Weil zunächst eine dritte beteiligte Person vermutet wurde, waren Suchtrupps mit Wärmebildkamera, Hundestaffeln vom Roten Kreuz sowie ein Hubschrauber, ebenfalls mit Wärmebildkamera, im Einsatz. Es wurde jedoch niemand gefunden.

Ermittlungen laufen

Hinsichtlich des Tatherganges werden noch weitere Ermittlungen durchgeführt, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Das Landeskriminalamt Niederösterreich (Assistenzbereich Tatort) hat Erhebungen zur eindeutigen Identitätsklärung der beiden Verstorbenen übernommen. Die Mutter wurde von einem Kriseninterventionsteam betreut.

Die Zugpassagiere wurden laut Feuerwehr evakuiert und zu einem Parkplatz in der Nähe begleitet, ehe sie mit einem Bus weitertransportiert wurden. Die Bahnstrecke war rund drei Stunden lang gesperrt.

Ob Kontakt mit dem Jugendamt bestand, gab die Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen auf Anfrage aus Rücksicht auf die laufenden Erhebungen und die Situation der Familie nicht bekannt. Die Eltern des Mädchens sollen laut Medienberichten getrennt gewesen sein, das Sorgerecht wurde demnach geteilt. Einem "Krone"-Onlinebericht zufolge soll die Polizei kürzlich wegen häuslicher Gewalt ausgerückt sein. Die Exekutive gab auf Anfrage keine Informationen über etwaige Einsätze bekannt. Wie die "Niederösterreichischen Nachrichten" ("NÖN") berichteten, soll das Paar zwei Kinder gehabt haben. Die zweite Tochter soll sich in der Obhut der Mutter befunden haben. Die Sechsjährige soll die erste Klasse einer Volksschule im Bezirk Neunkirchen besucht haben, dort soll dem Bericht zufolge am Mittwoch ein Kriseninterventionsteam im Einsatz gewesen sein.

Es gibt eine Reihe Hilfseinrichtungen und Anlaufstellen für Menschen in akuten Krisensituationen. Unter www.suizid-praevention.gv.at findet man Notrufnummern und Erste Hilfe bei Suizidgedanken.

 

Telefonische Hilfe gibt es auch bei:

 

Kriseninterventionszentrum (Mo-Fr 10-17 Uhr): 01/406 95 95, kriseninterventionszentrum.at
Rat und Hilfe bei Suizidgefahr 0810/97 71 55
Psychiatrische Soforthilfe (0-24 Uhr): 01/313 30
Sozialpsychiatrischer Notdienst 01/310 87 79
Telefonseelsorge (0-24 Uhr, kostenlos): 142
Rat auf Draht (0-24 Uhr, für Kinder & Jugendliche): 147
Gesprächs- und Verhaltenstipps: bittelebe.at

 

Hilfe für Menschen mit Suizidgedanken und Angehörige bietet auch der noch recht junge Verein „Bleib bei uns“. www.bleibbeiuns.at

(APA)