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USA

Der unaufhaltbare Abstieg der Republikaner zur Trump-Partei

Grand Old Party in Geiselhaft des Ex-Präsidenten: Er bestimmt die Agenda und drängt Abweichler an den Rand.

Nur zwei Menschen erhoben sich aus den Reihen der Republikaner im Repräsentantenhaus, als Nancy Pelosi im Andenken an den Sturm auf das Kapitol am 6. Jänner zu einer Schweigeminute aufrief: Dick und Liz Cheney. Der Ex-Vizepräsident, der in der Ära George W. Bushs als graue Eminenz und treibende Kraft hinter den Feldzügen in Afghanistan und im Irak galt und darum unter vielen Demokraten verschrien war, hatte seine Tochter in den Kongress begleitet, damit sie nicht mutterseelenallein ihre Partei vertritt.

Die Cheneys stehen für das Establishment der Grand Old Party (GOP) und republikanische Werte: für das freie Spiel der Kräfte in der Wirtschaft und eine harte Hand in der Außenpolitik – in vielen Punkten also konträr zur republikanischen Partei der Trump'schen Prägung. Den Cheneys war der New Yorker Tycoon immer schon zuwider – und vice versa. Liz Cheney stimmte im Vorjahr als eine von rund einem Dutzend Parlamentariern für eine symbolische Amtsenthebung Trumps. Im Gegenzug demontierte sie ihre Partei auf Druck des Ex-Präsidenten als Nummer drei der Republikaner im „House“, der zweiten Kammer.

Die Republikaner in Wyoming, dem Heimatstaat Cheneys, ließen die 55-Jährige prompt fallen, während Trump für die Vorwahl für die Kongresswahl im November einen mit Spenden wohldotierten Widersacher forciert. Liz Cheney bietet Trump indessen die Stirn. Kampflos will sie sich nicht geschlagen geben.