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Desmond Shum

„Korruption ist Teil von Chinas System“

(c) imago/Kyodo News (imago stock&people)
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Der chinesische Investor Desmond Shum hat im Peking der Nullerjahre mit Ministern und mit den Spitzen der Kommunistischen Partei verkehrt. Er erwirtschaftete Milliarden. Dann fiel er in Ungnade. Nun packt er als erster Insider über die Machenschaften der „roten Aristokratie“ aus.

Das Leben des Desmond Shum liest sich wie ein Abenteuerroman: Der 53-Jährige wuchs in Shanghai in bitterer Armut auf, später legte er mit ungeheurem Fleiß und Aufstiegswillen eine steile Karriere als Finanzinvestor hin. Gemeinsam mit seiner Exfrau und Geschäftspartnerin, Whitney Duan, hat Shum unter anderem ein Luxushotel sowie den Bau des Cargo-Terminals am Pekinger Flughafen betreut. Ihr dekadenter Reichtum fußte stets auf engen Verbindungen zur Politik, unter anderem zur Tante des ehemaligen chinesischen Premiers Wen Jiabao.

2017 jedoch verschwand Whitney Duan spurlos – und Desmond Shum entschied sich, mittlerweile im britischen Exil lebend, seine Geschichte aufzuschreiben: Die Kernbotschaft seines Buchs „Chinesisches Roulette“ lautet: Selbst Chinas wohlhabendste Unternehmer sind nur gut bezahlte Angestellte eines autoritären Staates. Die wahre Macht hat nur der innere Zirkel der Kommunistischen Partei. Das legt er auch im Interview mit der „Presse am Sonntag“ dar.

 

Ich möchte das Gespräch mit einem Gedankenexperiment beginnen: Wenn Sie sich damals dagegen entschieden hätten, China zu verlassen – wo würden Sie wohl heute in Ihrem Leben stehen?

Desmond Shum: Wahrscheinlich wäre ich nach wie vor in Peking, wo ich ja immerhin fast 20 Jahre gelebt habe.

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