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Bruce Willis: Eine glänzende Karriere (mit unrühmlichem Ende)

Großartig: Willis im "fünften Element".(c) imago stock&people
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Zuletzt wurde er wegen schlechter Filme und kurzer Auftritte verhöhnt. Erinnern wird man sich an den Schauspieler aber als Held in "Stirb langsam", "Pulp Fiction" oder "The Sixth Sense“.

Mit einem Rückzug endet die Karriere eines der coolsten (ja, hier ist dieses Wort angebracht) und zugleich menschlichsten Actionhelden Hollywoods. Bruce Willis muss aus gesundheitlichen Gründen seine Karriere mit 67 Jahren ad acta legen, weil er an der Sprachstörung Aphasie leidet, oftmals eine Folge von Schlaganfällen. Dieses Ende kam irgendwie überraschend, hatte Willis doch bis zuletzt an einigen Projekten mitgearbeitet. Irgendwie aber auch nicht, denn seine kurzen und oft schlechten Auftritte sind seit einigen Jahren kritisiert oder auch verhöhnt worden. Der ernste Hintergrund seiner schlechten Leistungen: Die Aphasie beeinträchtigt seine kognitiven Fähigkeiten.

Damit endet eine Karriere, die dem 1955 in Deutschland geborenen Sohn eines US-Soldaten wohl nicht in die Wiege gelegt war. Der Bub (sein erster Name: Walter) galt als schüchtern, und er stotterte. Um das zu kurieren, griff man als Therapieansatz während der Schulzeit auf Theaterspiel zurück, was zwar den Zweck erfüllte, den jungen Willis aber zunächst nicht in die Szene führte. Denn er wurde - kurzzeitig - Privatdetektiv.

Ironischerweise war es dann auch just diese Profession, die dem damals noch mit dunklem Kopfhaar agierenden Schauspieler bei seinen ersten Gehversuchen zum Durchbruch verhalf: Die ab 1985 gedrehte Serie "Das Model und der Schnüffler" machte ihn als Privatermittler David Addison an der Seite von Cybill Sheperd zum Fernsehstar, nachdem er zuvor lediglich in Nebenrollen zu sehen war. Für seinen Schnüffler-Part erhielt Willis einen Emmy und einen Golden Globe.

Der Originaltitel der Serie: Moonlighting. Ein Bild aus dem Jahr 1985.
Der Originaltitel der Serie: Moonlighting. Ein Bild aus dem Jahr 1985.(c) IMAGO/Everett Collection (IMAGO/via www.imago-images.de)

Legende wurde der Schauspieler aber im Kino, nämlich ab 1988 mit seiner ikonischen Rolle des New Yorker Polizisten John McClane in der Actionreihe "Stirb langsam". Ohne Schuhe und im blutverschmierten Unterhemd schuf Willis das Bild eines amerikanischen Helden abseits übermenschlicher Kräfte und einer vermeintlichen Unantastbarkeit. Vielmehr als menschliches, leidendes Wesen (aber freilich mit einem coolen Spruch auf den Lippen).

Hollywoods schönster Glatzkopf

Vervollständigt wurde dieses Image mit dem Schritt, sich die letzten verbliebenen Haare abzurasieren und fortan als Hollywoods schönster Glatzkopf in verschiedenen Rollen zu glänzen. Es folgten Filmklassiker wie Terry Gilliams "12 Monkeys", Luc Bessons "Das fünfte Element" oder sein Part in Quentin Tarantinos legendärem "Pulp Fiction". Mit "Armageddon" und vor allem M. Night Shyamalans "The Sixth Sense", dem sich "Unbreakable" oder zuletzt 2019 "Glass" anschlossen, erweiterte Willis den Themenkreis seines Œuvres.

Haley Joel Osment & Bruce Willis Characters: Cole Sear & Dr. Malcolm Crowe Film: The Sixth Sense (USA 1999) Director: M.
Bruce Willis in The Sixth Sense.(c) imago images/Mary Evans (Rights Managed via www.imago-images.de)

Daneben veröffentlichte der Künstler auch zwei erfolgreiche Musikalben und war Mitbegründer der vorübergehend erfolgreichen Restaurantkette Planet Hollywood. All das ging bei Bruce Willis mit dem Bild des kantigen Actionstars oder des Pantoffelhelden in "Der Tod steht ihr gut" Hand in Hand. Das wurde auch vom Publikum goutiert, zählte Willis doch für Jahrzehnte zu den bestbezahlten Hollywoodschauspielern, wofür er zwar mit einem Stern auf dem Walk of Fame, nie jedoch mit einem Oscar geehrt wurde.

Im Vorjahr musste er aber den Scherzpreis der Goldenen Himbeere hinnehmen, da er - so die Begründung der Jury - 2021 gleich acht schlechte Rollen gespielt habe, wofür Werke wie "American Siege" oder "Cosmic Sin" angeführt wurden. Schon seit einigen Jahren war er wegen unrühmlicher Filme und kurzer Auftritte verhöhnt worden. Er würde gar nicht erst kaschieren wollen, dass es ihm nur noch um schnell verdientes Geld gehe, hieß es. Und wo Bruce Willis draufstehe, sei schon rein mengenmäßig selten Bruce Willis drin - es seien eher bessere Gastauftritte, die in der Vermarktung der Filme fälschlicherweise als Hauptrollen deklariert seien.

Einen Oscar wird es für den Star mit dem ironischen Lächeln nun wohl auch in Zukunft nicht mehr geben. Jedoch kann der Privatmensch Bruce Willis auf großen Rückhalt zählen, hat er doch fünf Kinder mit zwei Frauen - drei Töchter mit seiner Exfrau, der Schauspielerin Demi Moore, sowie zwei Töchter mit dem Model Emma Heming-Willis, mit der er seit 2009 verheiratet ist. Alle gaben nun die traurige Nachricht von der Erkrankung gemeinsam bekannt.

 

(red./Ag.)