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Interview

"Man muss mit Fleisch umgehen wie mit Rauchen"

„Es ist fast so, als wäre unser Fleisch aus dem Himmel der platonischen Ideen auf unseren Teller geplumpst“, sagt Thomas Macho über die geometrischen Formen wie Wurstscheiben oder Fischstäbchen.
„Es ist fast so, als wäre unser Fleisch aus dem Himmel der platonischen Ideen auf unseren Teller geplumpst“, sagt Thomas Macho über die geometrischen Formen wie Wurstscheiben oder Fischstäbchen.Michèle Pauty
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Der Kulturwissenschaftler und Philosoph Thomas Macho hinterfragt in seinem jüngsten Buch, „Warum wir Tiere essen“, unser Verhältnis zu Tieren. Einerseits darf Fleisch nicht an sie erinnern, andererseits pflegen wir innige Beziehungen zu Haustieren.

Essen Sie selbst Fleisch?

Thomas Macho: Selten, aber ich bin nicht reiner Veganer. Ich esse selten Fleisch, und im Moment bin ich noch vorsichtiger und skeptischer als früher.

Sie beschäftigen sich in Ihrem neuen Buch, „Warum wir Tiere essen“, mit der Geschichte des Fleischkonsums und unserem Zugang zu Tieren. Wie hat sich beides im Lauf der Zeit verändert?

Fleischverzehr hat sich in der Geschichte massiv gewandelt. Man kann ein paar große Etappen unterscheiden. Bevor die Menschen als Jagende und Sammelnde gelebt haben – das Jagen hat erst begonnen, nachdem Menschen mit dem Feuer umgehen konnten –, haben sie als Aasfresser und Aasfresserinnen gelebt und sich davon ernährt, was Wälder und Wiesen hergeben.