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FH Forschungsforum

Durch Forschung wirksam sein

Zogen Bilanz über das 15. FH Forschungsforum (v. l. n. r.): Peter Granig, Rektor FH Kärnten, Claudia Pacher, Leiterin FH Kärnten Research, Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon Austria und der FH Kärnten, und FHK-Präsidentin Ulrike Prommer.
Zogen Bilanz über das 15. FH Forschungsforum (v. l. n. r.): Peter Granig, Rektor FH Kärnten, Claudia Pacher, Leiterin FH Kärnten Research, Sabine Herlitschka, Vorstandsvorsitzende Infineon Austria und der FH Kärnten, und FHK-Präsidentin Ulrike Prommer.FH Kärnten
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Die alljährliche Präsentation der Forschungsleistung an den FH fand heuer in Kärnten statt. Mit neuem Höchststand an Beteiligung und altbekannten Forderungen.

Creating Impact – gemeinsam wirksam sein“, so lautete das Motto des 15. FH-Forschungsforums, das heuer von der FH Kärnten ausgerichtet wurde – zur allgemeinen Freude nach zweijähriger Pause wieder als Präsenzveranstaltung. Die Losung „Wirksam sein“ lässt sich in drei Aspekte teilen, wie der FH-Kärnten-Rektor, Peter Granig, bei der Abschlusspressekonferenz am Donnerstag ausgeführt hat. Granig nennt die Lehre, die angewandte Forschung für Unternehmen und Institutionen und den gesellschaftlichen Aspekt, insbesondere im Hinblick auf aktuelle Themen wie Klimawandel und Nachhaltigkeit – wobei hier wieder die angewandte Forschung ins Spiel komme.

 

340 Teilnehmer, 84 Projekte

Insgesamt haben 340 Teilnehmer 84 Projekte präsentiert, berichtet Claudia Pacher, die als Forschungsleiterin der FH Kärnten das Forschungsforum organisiert hat. Insgesamt hat es Beiträge von 18 der 21 österreichischen Fachhochschulen gegeben, wobei Pacher betont, dass an vielen Projekten auch Angehörige von Universitäten, aus Unternehmen und dem öffentlichen Bereich beteiligt waren. Dabei sei es laut Pacher um drei große Themenblöcke gegangen: das bereits erwähnte „Creating Impact“, grenzüberschreitende Forschung und eine nachhaltige und resiliente Zukunft. Hier nennt Pacher neben dem Klimawandel Nachhaltigkeit im Gesundheitsbereich oder im Tourismus als von den FH beforschte Bereiche. Pacher zeigte sich erfreut darüber, dass das Forschungsforum wieder in Präsenz stattfinden konnte – schließlich sei die Gelegenheit für Forscher, sich zu vernetzen, ein wesentlicher Bestandteil jeder Konferenz, dem man auch viel Raum gegeben habe.

Als „erfrischend“ lobte die Präsidentin der Fachhochschul-Konferenz (FHK), Ulrike Prommer, die sichtbare Leidenschaft der Teilnehmer. Die FHK-Präsidentin nutze das Forum auch als Gelegenheit, Forderungen der Fachhochschulen an die Politik zu erneuern.

 

Basisfinanzierung gefordert

Neben relevanten Themen und Forschern mit Neugier und Durchhaltevermögen brauche Forschung auch Ressourcen. Das beinhalte für die FH eine Basisfinanzierung der Forschung. Bislang ist die Forschungstätigkeit an FH ausschließlich über Drittmittel wie regionale, nationale und internationale Fördermittel finanziert. Hier seien die FH auch erfolgreich. Allerdings würde immer nur projektbezogen gefördert, oft auch nicht zu 100 Prozent. Was fehle, seien Gelder für Zwischenfinanzierung. Diese sei unerlässlich für den nachhaltigen Aufbau von Forschungsgruppen. Seitens der FHK habe man ein Modell ausgearbeitet, das auf leistungsbezogenen Kriterien beruhe. Prommer nennt hier den Personalaufwand einer FH für Forschung oder deren Erfolg bei der Einwerbung von Drittmitteln. Den Umfang beziffert Prommer mit etwa zehn Prozent der Mittel, die die FH für die Lehre bekommen. Letztere betragen rund 450 Millionen Euro.

Schützenhilfe erhält die FHK-Präsidentin von Sabine Herlitschka, der Vorstandsvorsitzenden von Infenion Austria und auch der FH Kärnten, die sich ebenfalls für eine leistungsbezogene Basisfinanzierung der FH-Forschung ausspricht. „Die Forschung an FH spielt für die Wirtschaft und Industrie eine große Rolle“, betont Herlitschka, die auch Vizepräsidentin der IV und stellvertretende Vorsitzende des Rats für Forschung und Technologieentwicklung ist. Sie verweist auf 1700 einschlägige Kooperationen, rund 100 davon an der FH Kärnten. Wichtig ist für Herlitschka auch die Verschränkung von Forschung und Lehre. Die Industrievertreterin macht auf den mit 55.000 Stellen geschätzten Mangel an Mint-Fachkräften aufmerksam. Sie fordert neue Ansätze, um bei jungen Menschen Begeisterung für Technik zu wecken, etwa durch die Betonung des sinnstiftenden Aspekts oder die offensive Nutzung der Digitalisierung. Zudem fordert sie mehr Flexibilität und Entbürokratisierung bei der Entwicklung und Akkreditierung von Lehrgängen.

INFORMATION

Das FH Forschungsforum fand heuer am 20. und 21. April an der FH Kärnten statt. Das alljährliche Event, das jeweils von einer anderen FH ausgerichtet wird, soll in Vorträgen und Projektpräsentationen die Leistungen der FH auf dem Gebiet der angewandten Forschung präsentieren und gleichzeitig den Forschern Gelegenheit zur Vernetzung geben. Zudem dient er als Forum, einschlägige Forderungen der Fachhochschulen an die Politik zu richten. https://forschung.fh-kaernten.at/ffh2022

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.04.2022)