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Interview

Umweltministerin Gewessler: "Ein Gasembargo ist nicht möglich"

Preisobergrenzen für Gas? Davon hält Leonore Gewessler recht wenig.
Preisobergrenzen für Gas? Davon hält Leonore Gewessler recht wenig.Clemens Fabry
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Der Koalitionspartner will ihr die Energie-Agenden wegnehmen. In Sachen Lobau droht ihr eine Ministeranklage. Energie- und Klimaministerin Leonore Gewessler arbeitet indessen an einem Ausstiegsplan aus russischem Gas.

Der grüne Energiesprecher, Lukas Hammer, sagt: „Wir können schlicht nicht auf russisches Gas verzichten.“ Die EU-Energiekommissarin, Kadri Simson, sagt, ein Energieboykott sei „eine große Herausforderung, aber machbar“. Ist es nun unmöglich oder machbar?

Leonore Gewessler: Österreich ist zu achtzig Prozent von russischem Gas abhängig. So schmerzlich es auch ist, so ist für uns – wie auch für einige andere Länder – ein Gasembargo momentan nicht möglich. Das Wesentliche bei einer Sanktion ist, dass wir sie länger durchhalten als Wladimir Putin, und beim Gas sind wir dazu nicht in der Lage. So ehrlich muss man sein.

Sie müssen sich trotzdem auf das Unmögliche vorbereiten. Wir wissen auch nicht, was Putin plant. Große Unternehmen, die eine Energielenkung stark betreffen würde, beschweren sich puncto Planung, dass man sie im Unklaren lässt, wer wann Gas bekommen würde. Warum informiert man die nicht?

Ich hatte laufend Gespräche, auch in den vergangenen Tagen – mit Unternehmen wie mit Sozialpartnern. Wir überwachen die Situation sehr genau und haben auch erstmals als Staat eine strategische Gasreserve beschlossen. Wir bereiten uns auf alle Szenarien vor – auf eine kurzfristige Lieferunterbrechung, auf Schwankungen in den Liefermengen bis hin zu einer dauerhaften Unterbrechung. Und ja, das kann so weit gehen, dass Großverbraucher zeitweise die Produktion einstellen müssen, damit Haushalte und geschützte Kunden wie etwa Spitäler versorgt sind.