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Modeausstellung

Hightech-Mode im Biedermeierschloss

Designerin Julia Koerner ist das erste Kapitel der Reihe gewidmet, sie ist etwa für 3-D-Druck bekannt.
Designerin Julia Koerner ist das erste Kapitel der Reihe gewidmet, sie ist etwa für 3-D-Druck bekannt.Ger Ger
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Das MAK bringt ein neues Format in seine Außenstelle im Geymüllerschlössel und gibt im „Contemporary Fashion Showcase“ der Mode mehr Sichtbarkeit. Den Auftakt macht 3-D-Designerin Julia Koerner.

Wer sich darüber beklagte, dass die Mode im Wiener Ausstellungspanorama unterrepräsentiert sei, möge nun innehalten: Das Museum für angewandte Kunst, seit September letzten Jahres geleitet von Lilli Hollein, startete vor einigen Tagen einen „Contemporary Fashion Showcase“ in seiner biedermeierlichen Expositur, dem Geymüllerschlössel am westlichen Stadtrand. In idyllischem und historisch wertvollem Setting also, eventuell ein wenig entlegen – gerade am Muttertagswochenende lockte man aber mit einer Vielzahl von Programmpunkten (auch spezielle Blumenkreationen durften nicht fehlen). Mittelfristig wird es spannend sein zu beobachten, wie sich das frühlingshafte Ausflugsziel als fixe Anlaufstelle für das modeaffine Publikum der Stadt etablieren kann.

Zyklisch gedacht

„Mit dem Namen ,Contemporary Fashion Showcase‘ weisen wir schon darauf hin, dass es um mehr gehen soll als den bloßen Ausstellungsgegenstand Mode“, sagt die verantwortliche Kuratorin Lara Steinhäußer, MAK-Kustodin für Textilien. So soll eine Vielzahl verwandter Themen aufgegriffen und diskutiert werden, durchaus auch publikumswirksam, wenn nämlich öffentliche Talks stattfinden. Den Auftakt in der vorerst auf drei Kapitel ausgelegten Ausstellungsreihe macht die auf hochtechnologische Produktionsverfahren spezialisierte Designerin Julia Koerner. Einer der möglichen gedanklichen Übergänge von ihr zu Susanne Bisovsky, deren Arbeit ab Juni im Schlössel zu sehen sein wird, liegt in den Bereichen Produktion und Handarbeit mit nachhaltiger Grundhaltung. Jojo Gronostay, der an der Schnittstelle von Mode und Kunst arbeitet und dessen Entwürfe ab September zu sehen sein werden, knüpft ebenfalls hier an – eines seiner Hauptanliegen ist das Schließen des Kreislaufs von aus Europa nach Ghana weiterverschiffter Kleidung, was einer sozial bedenklichen Downcycling-Logik folgt.