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Ermittlungen

Ukrainisches Mädchen in Oberösterreich vergewaltigt

Erst vor kurzem war die 15-Jährige mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern vor dem Krieg in der Ukraine nach Österreich geflüchtet.

Am späten Mittwochabend ist ein ukrainisches Flüchtlingsmädchen im oberösterreichischen Weyer, Bezirk Steyr-Land, offenbar von einem Asylbewerber vergewaltigt worden. Wie die "Krone" zuerst berichtete, soll der mutmaßliche Täter, ein 19-jähriger Afghane, die leicht alkoholisierte 15-Jährige zu einer schwer einsehbaren Bahnböschung gezerrt und dort zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben.

Die junge Ukrainerin, die Verletzungen an Hals und Gliedmaßen davontrug, vertraute sich am nächsten Tag ihrem Bruder an, woraufhin die Familie Anzeige erstattete. Die vorläufige Festnahme des Verdächtigen durch die Polizei Weyer war seitens der zuständigen Staatsanwaltschaft mangels aktueller Ermittlungsergebnisse zunächst annulliert worden. Man sei bisher nur mündlich über die Vorwürfe informiert worden, schriftliche Ermittlungsergebnisse stünden noch aus, so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Steyr.

Eine ärztliche Untersuchung des Mädchens soll weitere Aufschlüsse über den Tathergang geben. Erst vor kurzem war die Anzeigenstellerin mit ihrer Mutter und zwei Geschwistern vor dem Krieg in der Ukraine nach Österreich geflüchtet.

Verdächtiger sollte umquartiert werden

Am Donnerstag wurde über die Verlegung des verdächtigten afghanischen Asylbewerbers in eine andere temporäre Unterkunft spekuliert. Laut "Krone" seien die befugten Exekutivorgane unmittelbar nach dem Zwischenfall und der Einleitung der polizeilichen Ermittlungen mit der Bitte einer Umquartierung an das Land OÖ herangetreten. Samstagfrüh bestätigte Rauscher, dass ein Annäherungs- und Betretungsverbot im Raum stehe, die Entscheidung darüber obliege aber der zuständigen Polizeistelle.

Zur Beziehung zwischen dem jungen Afghanen und der jugendlichen Ukrainerin konnte die Staatsanwaltschaft am Samstag keine Auskunft erteilen. Man beharre auf der vergangene Woche eingenommenen Position, der Verdächtige bleibe bis zum Eintreffen der am Montag erwarteten Fahndungs- und Untersuchungsergebnisse auf freiem Fuß. Die polizeilichen Ermittlungen laufen unterdessen auf Hochtouren.

Ähnlicher Fall in Linz

Nach einem ähnlichen Vorfall Ende März in Linz hatte die dortige Staatsanwaltschaft ebenfalls im Zweifel und in Ermangelung stichhaltiger Beweise für die Angeklagten, drei 15-jährige Afghanen und einen 14-jährigen Iraner, entschieden. Den vier Burschen war die Vergewaltigung einer 16-jährigen Schülerin nahe dem Linzer Hauptbahnhof vorgeworfen worden. Die vorläufig verhängte Untersuchungshaft wurde nach Auswertung des wenig aussagekräftigen Beweismaterials aber wieder aufgehoben.

 

(APA)