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„Biotiger“ Michael Deutsch zieht seine Pflanzen im Folientunnel. Die Vielfalt ist beachtlich. Aus dem Gemüse macht er auch Produkte wie Bruschetta, Sugo und Chilipaste.
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Biotiger

Der Hüter der pflanzlichen Vielfalt

Michael Deutsch hat sich mit seinem Biotiger in Neusiedl am See auf eine enorme Vielfalt bei Jungpflanzen für Hobbygärtner und auch Frischgemüse spezialisiert. Das Gemüse muss noch etwas warten, immerhin beheizt er nicht, arbeitet im Freiland und Folientunnel und zieht auch die Samen selbst.

Es gibt nichts, was es hier nicht gibt: Die Indische Netzgurke wächst neben der Gurkenmelone Carosello Barese, die exotische Frucht Chayote neben Rosenweihrauch, dahinter Sedanina, der einfach mit „knackig genial“ (und dem Zusatz „wie ein Stangensellerie mit Karottengeschmack“) beschrieben wird. Schlangenbohnen stehen neben der tropischen Helmbohne, die stachelige Litschi-Tomate hat hier ebenso Platz wie die Känguru-Beere, Tamarillo (orange Beeren mit Marillengeschmack) und auch fünf Arten der Physalis, die da wären: Andenbeere, Erdkirsche, Tomatillo verde, Tomatillo blanco und Tomatillo purple.

Inmitten dieses Fülle an Pflanzen, die alle in kleinen Töpfen gezogen und in Kisten auf Holzregalen eingeschlichtet wurden, steht Michael Deutsch – in kurzen Hosen, T-Shirt und barfuß. Die Hitze macht ihm am (bis jetzt) heißesten Tag des Jahres nichts aus. In dem Folientunnel, in dem es noch um einiges wärmer ist als auf dem offenen Feld, erklärt er in aller Ruhe, dass er derzeit – pandemiebedingt – nur noch 50 verschiedene Chilisorten hat. Vor der Pandemie waren es an die 200 Sorten. „Ich bin ein spätes Corona-Opfer, mein einziger Mitarbeiter hat vor Kurzem aufgehört, jetzt mach ich alles allein“, sagt er. Dass er die Sortenvielfalt – die immer noch beachtlich ist – reduziert hat, bereut er aber nicht. „200 verschiedene Chilisorten kauft eh niemand. Es gibt nur wenige Spezialisten, die sich dafür interessieren.“