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Staatsoper

Diese Brünnhilde scheut keine Schärfe

Am Sonntag noch einmal als Walküre zu erleben: Nina Stemme, hier in der „Götterdämmerung“.Staatsoper/Pöhn
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Heute beginnt die zweite komplette Aufführung von Wagners „Ring des Nibelungen“. Die erste ging mit einer fulminanten „Götterdämmerung“ zu Ende: Jubelstürme für Nina Stemme als Brünnhilde und das Orchester unter Axel Kober.

Doch lacht nur zu, ihr leichtsinniges, lustgieriges Göttergelichter! Euch seh' ich noch alle vergehn!“ Alberich hat nicht unrecht mit seinem Zetern im „Siegfried“ – aber den Ring wird auch er nicht mehr in die Finger bekommen. Vergehen sehen hat der verdiente Jochen Schmeckenbecher als Alberich in den letzten Wochen sogar zwei Wotan-Darsteller, beide neu für die Staatsoper – einen vor der Zeit wegen allergischer Stimmprobleme, den anderen stückgerecht mit zerschlagenem Speer.

Doch nach dem „Ring“ ist vor dem „Ring“: Am Wochenende beginnt der zweite Durchlauf der Tetralogie in fast unveränderter Besetzung – Zeit für Rückblick und Ausblick. Eine Beobachtung zog sich durch: In kleinen bis mittleren Rollen gelangen vorwiegend erfreuliche Debüts. Das begann mit Daniel Behles Loge, der Fricka von Monika Bohinec, Noa Beinarts Erda und Erster Norn sowie den aus dem Opernstudio besetzten Rheintöchtern und setzte sich in Jörg Schneiders Mime fort. In den zentralen Partien jedoch musste man bei den Newcomern, Stuart Skeltons Siegmund ausgenommen, teils deutliche Abstriche machen: beim sich abmühenden John Lundgren als Wotan vor allem, doch auch bei Siegfried und Hagen. An deren Seite reüssieren dafür nochmals die altbekannten Größen.