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Bremse

Warum es Start-ups in Österreich schwer haben

Bürokratischer Aufwand bei der Start-up-Gründung
Bürokratischer Aufwand bei der Start-up-GründungPexels
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Die heimische Start-up-Szene befindet sich im Aufwind, hinkt jedoch im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern hinterher. Auf eine Million Einwohner kommen hierzulande 687 Unternehmen, womit man etwa im Mittelfeld der europäischen Länder liege.

Die Innovationskraft von Start-ups zeigt sich in den Beiträgen zum Bruttoinlandsprodukt und in positiven Beschäftigungseffekten am Arbeitsmarkt. Dennoch gebe es in Österreich großen Aufholbedarf, wie im Vergleich mit anderen europäischen Ländern deutliche wird. Wie eine aktuelle Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts EcoAustria zeigt, weist Österreich eine verhältnismäßig geringe Zahl an Start-ups auf: Auf eine Million Einwohner kommen 687 Unternehmen, womit man etwa im Mittelfeld der europäischen Länder liegt. Zum Vergleich: Bei den Spitzenreitern Niederlande und dem Vereinigten Königreich sind es 2.400 bzw. 1.811 Start-ups, die auf eine Million Menschen gezählt werden.

„Gleiche man den Status der Start-ups in Österreich deren Niveau an, würden sich deutliche Investitions- und Beschäftigungseffekte zeigen“, sagt EcoAustria-Direktorin Monika Köppl-Turyna. Nach einer in der Studie vorgenommenen Modellrechnung erhöhe sich dabei nicht nur die Zahl der Start-ups, sondern auch ein positiver Effekt für den Arbeitsmarkt und das BIP. Zieht man das Vereinigte Königreich als Maßstab heran, würde das in fünf Jahren einen Anstieg um 6.200 neue Start-ups sowie um 8.000 mehr Beschäftigte bedeuten. „In Folge wäre das BIP in diesem Szenario durch eine erhöhte Produktivität nach zehn Jahren um 3,8 Mrd. Euro höher“, sagt die Ökonomin.

Hürden aus dem Weg räumen

Den Ergebnissen zufolge spielen Start-ups eine wesentliche Rolle für den heimischen Arbeitsmarkt und Wirtschaftsstandort. Um Gründer zu unterstützen, sei es an der Zeit, viele Hürden aus dem Weg zu räumen. Bürokratieabbau, liberalere Regulierungen beim Einstieg in die Branche und ein vereinfachter Marktzugang wären notwendige Maßnahmen. Zusätzlich sei ein Beteiligungsfreibetrag für Investitionen notwendig, um diese auch für private Investoren attraktiver zu machen.

Das Potenzial dafür sei gegeben, jedoch müsste das Bewusstsein für die Start-up-Landschaft in Österreich geschärft werden. „Hier ist auch die Politik gefordert. Es gibt einige Vorreiter, die die Relevanz des Themas erkannt haben. Aber es sind einfach noch zu wenige“, sagt Lisa-Marie Fassl, Vice President der Austrian Angel Investors Association. Dinge anzupacken und umzusetzen, müsse nun die Devise lauten. (red)