Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

WM 2022

Ukraines Botschaft an die Heimat

Unterstützung und ein klarer Appell von den Rängen in Cardiff.
Unterstützung und ein klarer Appell von den Rängen in Cardiff.APA/AFP/PAUL ELLIS
  • Drucken

Für das vom Krieg gebeutelte Land erfüllte sich der Traum von der Endrunde in Katar nicht, man scheiterte an Wales. Teamchef Petrakow: „Erinnert euch an unsere Bemühungen.“

Cardiff/Wien. Nach dem geplatzten WM-Traum galt die Sorge der ukrainischen Fußballer wieder den Menschen in ihrer vom russischen Krieg geplagten Heimat und dem Frieden auf der Welt. „Ich möchte dem Rest der Welt noch einmal sagen: Wir müssen alle zusammenstehen, wir müssen gegen den Krieg zusammenhalten. Wir müssen den Krieg stoppen. Denn heute ist es die Ukraine, morgen kann es Ihr Land sein. Jeder möchte in Frieden leben“, sagte Oleksandr Sintschenko im TV-Sender BeIn Sports.

Der Defensivspieler des englischen Meisters Manchester City war nach dem unglücklichen 0:1 im Play-off-Finale am Sonntag gegen Wales ebenso geknickt und traurig wie seine Teamkollegen. Beherzt hatten sie für ihren Traum von der Weltmeisterschaft in Katar und die damit verbundene Freude für ihre Landsleute gekämpft. Doch ein Eigentor ihres Kapitäns Andrij Jarmolenko, der in der 34. Minute einen Freistoß von Wales' Kapitän, Gareth Bale, per Kopf ins eigene Tor ablenkte, beendete im Dauerregen von Cardiff die WM-Hoffnungen.

„Ich kann keinen einzigen meiner Spieler auch nur irgendwie kritisieren. Wir haben alles getan, was wir konnten“, sagte Trainer Oleksandr Petrakow, „aber ich möchte wirklich, dass sich die Menschen in der Ukraine an unsere Bemühungen erinnern.“Die Ukraine war überlegen, hatte mehr Torchancen, nur konnten Sintschenko und seine Kollegen sie gegen den herausragenden walisischen Schlussmann Wayne Hennessey nicht nutzen.

 

„Daraus sind Träume gemacht“

Der 35-jährige Hennessey ist Ersatztorhüter bei Burnley und hat den damals verletzten Stammtorhüter Danny Ward im März gegen Österreich so gut vertreten, dass er von Interimsteamchef Rob Page auch diesmal den Vorzug gegenüber Ward erhalten hat. „Der Spieler des Spiels heute war der Torhüter von Wales, das heißt, dass wir richtig gut waren, eine Menge Chancen herausgespielt, aber leider nicht getroffen haben“, sagte Sintschenko.

Wales feierte damit das Ende seines 64 Jahre währenden WM-Fluchs. Nicht zuletzt dank Bale, der schon im März beim 2:1 im Halbfinale gegen Österreich mit zwei Treffern der Matchwinner war, sind die Briten erstmals seit 1958 bei einer Weltmeisterschaft dabei.

„Das ist das beste Ergebnis in der Geschichte des walisischen Fußballs“, sagte Bale. „Ich freue mich einfach, dass wir zu einer Weltmeisterschaft fahren. Es bedeutet alles, es ist das, woraus Träume gemacht sind. Ich bin sprachlos. Ich bin so froh. Wir haben es für diese großartigen Fans getan“, sagte der Offensivstar, der mit den Walisern bei der EM 2016 das Halbfinale erreicht hatte.

Beim Turnier vom 21. November bis 18. Dezember treffen sie in der Gruppe B auf England, den Iran und die USA. (ag./red.)

LAST-MINUTE-TICKET

Wales löste das letzte europäische Ticket für die WM-Endrunde in Katar. Die Waliser, angeführt von Kapitän Gareth Bale, bezwangen die Ukraine in Cardiff mit 1:0 (Eigentor Jarmolenko/34.). Das Spiel war aufgrund des Kriegs in der Ukraine vom März in den Juni verschoben worden.
Wales trifft bei seiner ersten Teilnahme an einer WM seit 64 Jahren in der Gruppe B auf England, den Iran und die USA, Co-Gastgeber der WM 2026.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.06.2022)