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Studienangebot

Die Relevanz der Digitalisierung vermitteln

Die Digitalisierung kann dazu beitragen, die Zukunft nachhaltiger zu gestalten.
Die Digitalisierung kann dazu beitragen, die Zukunft nachhaltiger zu gestalten.Getty Images/iStockphoto
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Die IT-Welt ist im ständigen Wandel, Wissen muss immer aktuell sein. Neue Lehrgänge und Lehrpläne an den Hochschulen sollen dafür sorgen, dass die begehrten Fachkräfte von morgen die hohen Ansprüche erfüllen.

Die digitale Transformation braucht gut ausgebildete Experten. Die Universitäten und Fachhochschulen lancieren im Herbst neue Studiengänge dazu. So startet an der FH OÖ in Hagenberg der Bachelor Design of Digital Products (DDP), eine Ausbildung in der praktischen Informatik mit Fokus auf dem Design von gesamtheitlichen Softwarelösungen. „Es ist uns bewusst darum gegangen, möglichst viele unterschiedliche Perspektiven in das Studium einfließen zu lassen und die Informatik mit vielen relevanten Fachbereichen und aktuellen Themen zu verbinden – auch um verstärkt weibliche Zielgruppen zu adressieren“, sagt Studiengangsleiterin Martina Gaisch.

 

Scheu vor Informatik nehmen

Daneben sei es ein Anliegen gewesen, die Scheu vor der Materie zu nehmen und aufzeigen, wie interessant und wichtig Informatik sein kann, insbesondere auch für Frauen und die Generation Z. Die Informatik leiste einen wichtigen Beitrag nicht nur zu Digitalisierung, sondern sie könne laut Gaisch auch zu einem nachhaltigeren und inklusiveren Lebensstil beitragen.

Ebenfalls in Hagenberg wird ab Herbst das Thema Datenjournalismus, für das man sich Partner wie den Presseclub OÖ, den ORF und die OÖN an Bord geholt hat, im Rahmen des Masters Interactive Media vertieft. Das weiterführende Studium zum Bachelor Medientechnik und -design bietet neben den bestehenden inhaltlichen Schwerpunkten Interaktive Medien, Spieleentwicklung und Onlinemedien ab dem Wintersemester 2022/2023 erstmals den Schwerpunkt Datenintensiver Journalismus. Dabei wird es unter anderem um Computational Journalism, automatisierten Journalismus, Newsgames und Publikumsforschung gehen. Auch Medienrecht und -ethik, Datenschutz sowie Content-Strategie und Verifikation stehen auf dem Studienplan.

Dem Thema künstliche Intelligenz widmet sich das ebenfalls im Oktober an der Universität Salzburg startende Bachelorstudium Artificial Intelligence. „Unsere Zielgruppe sind Menschen, die wissen wollen, wie AI funktioniert, welche Ideen und Konzepte ihr zugrunde liegen und warum sie beispielsweise in der Bilderkennung oftmals treffsicherer als der Mensch ist, aber auch natürliche Grenzen hat“, sagt Studiengangsleiter Wolfgang Trutschnig. Neben dem Kompetenzaufbau in den Fächern Informatik und Mathematik ermöglicht ein sehr breites Wahlfachangebot Einblicke in andere Fachgebiete wie VWL, Ethik, Bio- oder Geoinformatik. Groß geschrieben wird auch die Praxis: „Jedes Semester stehen Seminare in Kooperation mit Unternehmenspartnern auf dem Programm“, sagt Trutschnig. Eines der Ziele des Studiums sei, vom reinen Anwenden von Tools (Blackbox) weg- und zu einem fundierten Verständnis der Zusammenhänge und Methoden inklusive der Kompetenzen zur konkreten Umsetzung anhand realer Problemstellungen zu kommen.

 

Lehrpläne aktualisiert

Das Wintersemester bringt nicht nur völlig neue Studiengänge im Bereich Digitalisierung, sondern auch die eine oder andere Modifizierung. Das gilt beispielsweise für den zweisemestrigen Zertifikatslehrgang Digitale Kommunikation und Führung, der im November startet. Zum einen werden aktuelle Themen wie Wissensmanagement, Führungsansätze im postpandemischen Zeitalter oder Influencer-Marketing behandelt, zum anderen wird der Lehrgang nun komplett online durchgeführt. Im Masterstudiengang AI Engineering der FH Technikum Wien wird dem Thema Deep Learning mit einer eigenen Lehrveranstaltung noch mehr Raum gegeben. An der FH Joanneum präsentieren sich künftig der Bachelorstudiengang Wirtschaftsinformatik sowie die Masterstudiengänge Business Informatics und Data Science and Artificial Intelligence mit neuen Inhalten. Während im Bachelorstudium der Fokus auf innovativen IT-Lösungen und unterstützenden Managementprozessen liegt, wurde der Master in zwei berufsermöglichende Studienrichtungen aufgeteilt: in IT Architecture mit den Themen Hightech-Computernetzwerke, innovative Cloudsysteme, IT-Systemlandschaften und Informationssicherheit und die Studienrichtung Software and Digital Experience Engineering, in der es um Mobile- und Web-Applikationen, Usability, Augmented und Virtual Reality und das Entwerfen digitaler Erlebnisse geht. Der ebenfalls berufsbegleitende Master Data Science and AI vermittelt unter anderem Methoden der Datenanalyse mittels künstlicher Intelligenz oder Machine Learning.

 

Bootcamps und Barcamps

Das Studium Internettechnik wurde zum Bachelorstudiengang Software Design and Cloud Computing mit einer Vollzeit- und einer berufsbegleitenden Variante, Letztere mit 60 Prozent E-Learning. Inhalte sind unter anderem Cloud- und Webtechnologien, Server- und Netzwerktechnologien, Datenbanken sowie IT-Marketing und Security. Neu ist auch die Methodik der Lehre. „Mit Lehrveranstaltungen, die wie Bootcamps oder Barcamps (Workshops ohne feste Agenda, Anm.) gestaltet sind, orientieren wir uns an den Lebenswelten unserer Studierenden“, sagt Elmar Krainz, Vorsitzender des Departments Angewandte Informatik der FH Joanneum. Doch nicht nur das: „Wir wollen die Studierenden ermutigen, selbst ein IT-Start-up zu gründen.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.06.2022)