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Urteil

Brand gelegt, um Ehemann zu töten: 14 Jahre Haft für 31-Jährige

Die Angeklagte verschüttete in einem Villacher Mehrparteienhaus zehn Liter Benzin und zündete es an. In der Wohnung befanden sich neben dem Ehemann auch ihre vier Kinder. Verletzt wurde letztlich nur sie.

Eine 31-Jährige ist am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt wegen Mordversuchs und versuchter Brandstiftung nicht rechtskräftig zu 14 Jahren Haft verurteilt worden. Sie hatte im August vergangenen Jahres in einem Villacher Mehrparteienhaus zehn Liter Benzin verschüttet und ein Feuer gelegt.

Die Angeklagte bekannte sich gegenüber dem Geschworenengericht unter Vorsitz von Richterin Michaela Sanin schuldig. Sie gab zu, das Benzin verschüttet und angezündet zu haben - sie hätte lediglich nicht mit einem so großem Feuer gerechnet. Nach einigen widersprüchlichen Aussagen gab sie ebenfalls zu, dass sie es für möglich gehalten hätte, ihren Ehemann mit dem Feuer umzubringen.

Auch Kinder waren in der Wohnung

In der Wohnung befanden sich jedoch nicht nur ihr Ehemann, sondern auch die vier gemeinsamen Kinder, die bei dem Brand ebenfalls hätten sterben können. Ein Nachbarsmädchen bemerkte das Feuer und alarmierte die anderen Bewohnerinnen und Bewohner. Die Einzige, die verletzt wurde, war die Angeklagte selbst. Sie erlitt beim Entzünden des Feuers schwere Verbrennungen. Dass den Kindern etwas passieren könnte, daran habe sie nicht gedacht, sagte die 31-Jährige am ersten Prozesstag.

Nach Angaben des Sachverständigen Peter Anderwald war es ein Wunder, dass bei der massiven Menge an Benzin nicht mehr passiert ist. Außerdem gab er zu Protokoll, dass sich der Brand schnell über mehrere Wohnungen ausgebreitet hätte, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner nicht eingeschritten wären. "Es war wirklich ein Glück, dass das Nachbarsmädchen den Brand wahrgenommen hatte", erklärte der Gutachter.

Entscheidung der Geschworenen einstimmig

Staatsanwältin Daniela Zupanc richtete sich vor der Urteilsfindung nochmals an die Geschworenen. Sie sollen sich nicht von der Angeklagten und ihren vielen verschiedenen Versionen zur Tat täuschen lassen: "Sie hatte alles geplant und in Kauf genommen, dass ihre Kinder dabei umkommen“, sagte Zupanc.

Die Entscheidung der Geschworenen über den Mordversuch am Ehemann war einstimmig. Die Staatsanwaltschaft hatte auch bezüglich der Kinder versuchten Mord angeklagt, hiervon waren letztlich aber nur zwei Geschworene überzeugt. Die Mehrheit des Senats glaubte der Angeklagten, dass sie es nicht für möglich gehalten hatte, die im Nebenzimmer schlafenden Kinder mit dem Feuer zu gefährden.

Angesichts der Entscheidung der Geschworenen erbat die gebürtige Russin drei Tage Bedenkzeit. Seitens der Staatsanwaltschaft gab es keine Erklärung zum Urteil.

 

(APA)