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Rudi Gernreich, 1967 auf dem Cover von "Time" und seine Muse Peggy Moffitt im 1964 entworfenen "Monokini".
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100. Geburtstag

Rudi Gernreich, ein Visionär der freien Körperkultur

Rudi Gernreich war Visionär einer Mode, die neue Körperbilder feierte. Am 8. August wäre er 100 Jahre alt geworden, seine Marke erlebt eine Renaissance.

Die Mode hat nichts mehr zu sagen, ist an ihr Ende gekommen, macht kein taugliches Angebot mehr für die Jugend von heute. Klingt bekannt? Einer, der sich während der Blütezeit seiner Karriere in den 1960er-Jahren mit dieser Statusbeschreibung hervortat, stemmte sich zur selben Zeit mit seinen Entwürfen, man könnte beinahe von Erfindungen sprechen, vehement gegen diesen Relevanzverlust.

Wenn die Sixties oft als letzte Phase genannt werden, in der die Mode noch von echtem Innovationspotenzial getragen war, dann ist der gebürtige Wiener, 1938 als 16-Jähriger in die USA emigrierte Designer Rudi Gernreich ohne Zweifel einer der hauptverantwortlichen Protagonisten.

Jener Entwurf, der Rudi Gernreich weltbekannt machte und in den Mittelpunkt eines riesigen Modeskandals stellte, war der 1964 vorgestellte „Monokini“: Eine über die Taille geschnittene äußerst kurze Hose, die mit schmalen, im Nacken zu bindenden Trägern einen Oben-ohne-Look kreierte. Das war den meisten Beobachtern zu viel, oder natürlich eher: zu wenig.