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Quergeschrieben

Frieren für die Ukraine ist keine strategische Option

Ökonomische Sanktionen waren immer schon eine stumpfe Waffe. Aber so rasch wie jetzt haben sie sich noch nie gegen ihre Urheber gerichtet.

Es gibt viele Gründe, warum es schwerfällt, eine adäquate Antwort auf Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine zu finden. Einer davon ist, dass die USA und ihre Verbündeten nach dem Ende des Kommunismus, der Auflösung des Warschauer Pakts und dem Zerfall der UdSSR einen großflächigen Krieg in Europa nicht mehr in Betracht zogen. Als neue Bedrohungen der Menschheit wurden unter anderem das Ozonloch, die Feinstaubbelastung und der Klimawandel identifiziert. Wozu also noch in Abschreckung investieren und die Verteidigungsausgaben erhöhen?

Die Mahnung, dass zum Krieg rüsten muss, wer den Frieden will, hörte keiner gern. Nach und nach verringerten die europäischen Länder ihr militärisches Potenzial. Donald Trumps Forderung an die Nato-Partner, wenigstens zwei Prozent des BIPs in die Rüstung zu investieren, wurde empört zurückgewiesen. Putin erkannte, dass seine Chance gekommen war. Von der Einschätzung ausgehend, dass sich die schwächelnde amerikanische Supermacht auf Ostasien konzentriert, und dass Europa ohne US-Engagement nicht verteidigt werden kann, testete er 2008 in Georgien und 2014 auf der Krim und in der Ostukraine, wie weit er gehen kann. Erst nach dem 24. Februar dämmerte es den europäischen Regierungen, dass der Krieg, der vor ihren Augen stattfindet, vielleicht nicht der letzte Test dieser Art ist. Als Nächstes könnte Putin zum Beispiel einen Korridor nach Kaliningrad fordern und einen Krieg im Baltikum entfesseln.