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Steigende Preise

Die Inflation, ein temporäres Phänomen? Leider nein!

Das IHS revidiert seine Inflationsprognose nach oben. Der starke Preisauftrieb bei Energie habe nun auch auf Lebensmittel und Industriegüter übergegriffen. Das Wirtschaftswachstum bleibt überschaubar.

Ein paar Monate, vielleicht ein Jahr, stark steigende Preise, und dann zurück zur „Normalität“ - wer diesen Prognosen vertraut hat, der wird enttäuscht. Die Inflation dürfte dauerhaft hoch bleiben, wie immer mehr Voraussagen nahelegen. Am Donnerstag hat auch das Institut für Höhere Studien (IHS) seine Prognose korrigiert. Die Experten verweisen bei der Inflationsprognose auf einen „beträchtlichen Revisionsbedarf“.

Getrieben von den Energiepreisen sei die Inflation, gemessen am Verbraucherpreisindex, Mitte des laufenden Jahres bereits auf 8,75 Prozent angestiegen. „Seit Jahresbeginn hat der starke Preisauftrieb auch auf Lebensmittel und Industriegüter übergegriffen“, schreiben die Experten in ihrem Bericht. Und in den kommenden Monaten dürfte der Preisdruck „nur geringfügig nachlassen.“ 

Als Folge wird für den Jahresdurchschnitt 2022 ein Wert von knapp 7,5 Prozent erwartet. Kommendes Jahr sollten zwar von den Rohölpreisen keine preistreibenden Impulse mehr ausgehen, und die globale Lieferkettenproblematik dürfte sich „etwas entspannen“. „Allerdings werden Zweitrundeneffekte und steigende Lohnstückkosten dazu führen, dass die Inflationsrate mit voraussichtlich 4,75 Prozent hoch bleibt.“ Bis zum Jahr 2026 dürfte der Preisdruck auf 2,5 Prozent zurückgehen. Von Zweitrundeneffekten spricht man, wenn Unternehmen als Reaktion auf höhere Kosten die Preise erhöhen und als Folge wiederum die Löhne steigen. Damit wird der Faktor Arbeit teurer.

Für den gesamten Prognosezeitraum, der von 2022 bis 2026 reicht, ergibt sich daraus laut der IHS-Prognose eine durchschnittliche Inflationsrate von vier Prozent pro Jahr.

Die hohe Inflation, zusammen mit den Verwerfungen als Folge des Ukraine-Krieges, „bremsen den Aufholprozess der heimischen Wirtschaft nach der Coronakrise“, schreiben die Experten. Das IHS erwartet für den Zeitraum 2022 bis 2026 eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des Bruttoinlandsproduktes von 1,8 Prozent, nach 0,8 Prozent in den vergangenen fünf Jahren. Darin war auch der coronabedingte Einbruch im Jahr 2020 umfasst.

(hie)