Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Interview

Burgenland Energie-Chef: „Wurden abhängig gemacht wie von Drogen“

Burgenland Energie-Chef Stephan Sharma: „Der Dealer hat unsere Lage ausgenutzt.“
Burgenland Energie-Chef Stephan Sharma: „Der Dealer hat unsere Lage ausgenutzt.“(c) Jana Madzigon
  • Drucken

Stephan Sharma ist Chef der Burgenland Energie, die die Preiserhöhungen in Ostösterreich nicht mitmacht. Ein Gespräch über die Abhängigkeit von Öl und Gas, über Erpressbarkeit und den Strompreisdeckel.

Die Presse: Die Energieversorger verdienen derzeit gut an der Strom- und Gaskrise. Nach den starken Gewinnen des Verbunds kochte prompt die Debatte über eine Abschöpfung der Übergewinne hoch. Sind Sie froh, dass Ihr Eigentümer, das Burgenland, davon nichts wissen will?

Stephan Sharma: Bei uns ist das Thema ein wenig anders: Im Burgenland zahlen wir für die Wind- und PV-Produktion eine eigene Erzeuger-Abgabe. Diese Einnahmen sowie die Dividenden gehen in einen eigens geschaffenen Klima- und Sozialfonds. Diese Mittel werden gezielt zur Entlastung der burgenländischen Haushalte eingesetzt.

Ab September will die Energie-Allianz aus EVN, Wien Energie und Burgenland Energie die Preise anheben, Burgenland Energie wird diese Erhöhung nicht durchführen. Warum?

Wir haben vor 1,5 Jahren unsere Konzernstrategie völlig neu ausgerichtet, vom Energieversorger zum grünen Technologieunternehmen. Die Ergebnisse aus den neuen, grünen Energieunabhängigkeits-Produkten für unsere Kunden und Partner geben uns nun einen Spielraum, die massiv gestiegenen Beschaffungskosten aktuell noch abzufedern. Unser Ziel ist es, dass nicht die internationalen Großhandelsmärkte, sondern unsere Kunden und Partner künftig ihre Energiepreise mit unseren Produkten selbst bestimmen.