Klimakrise

Den USA geht das Wasser aus

Jackson, Mississippi, to go without reliable drinking water indefinitely
Jackson, Mississippi, to go without reliable drinking water indefinitely(c) REUTERS (CARLOS BARRIA)
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Vom Totalversagen in Mississippi über Panik in Texas bis hin zur Dürre im Westen der USA: Wasser wird zur knappen Ressource. Die Gründe? Ungleichheit, Wachstum, Klima.

Es sind strömender Regen und Überflutungen, die diesmal in Jackson das Fass zum Überlaufen bringen. Der Pearl River tritt über die Ufer, die Hauptkläranlange der 164.000-Einwohner-Stadt – ohnehin schon von Problemen geplagt – gibt den Geist auf. Über eine Woche lang stehen die Menschen Schlange, um in Flaschen gefülltes Wasser abzuholen – verteilt von der Nationalgarde. Vor dem Staatskapitol stehen Dixi-Klos. Trinken darf man das Leitungswasser nicht mehr, Zähneputzen ist verboten, Geschirrspülen auch. Das Wasser muss abgekocht werden. Es gilt der Notstand, und auch, als am Montag erste Zeichen der Entwarnung aus der maroden Wasseraufbereitungsanlage kommen, bleibt er bestehen. Es ist nicht klar, ob das Wasser in Jackson jemals wieder trinkbar sein wird.

Es ist dabei bei weitem nicht das erste Mal, dass die Hauptstadt des Bundesstaats Mississippi eine solche Krise durchmacht. Die Bewohner gehen stoisch mit der Situation um, auch, als kurzfristig die Wasserflaschen ausgehen. Das Wassersystem von Jackson ist in einem derart schlechten Zustand, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Engpässen kam. Die Dixi-Klos vorm Kapitol sind keine Neuheit. Erst vor wenigen Monaten warnte die Bundesumweltbehörde, Jacksons Wassersystem sei nicht regelkonform. Die Wasserrohre sind undicht, was zu geringem Druck und Verschmutzung führt. Die Abwasserrohre sind oft kaputt. 2016 fand man Blei im Wasser.


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