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Eishockey

Vienna Capitals setzen bei Eishalle auf Sonnenenergie

Training in der Kagraner Eishalle
Training in der Kagraner EishalleGEPA pictures
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Die Capitals hoffen nach zwei Pandemie-Saison auf Rückkehr der Normalität, wollen den Preissteigerungen gezielt entgegen wirken.

Nach zwei Jahren Covid-bedingter Schwierigkeiten hoffen Österreichs Eishockeyvereine auf eine Saison ohne Einschränkungen durch das Virus. Mit Teuerung und möglicher Energieknappheit stehen sie aber vor der nächsten großen Herausforderung. Die Vienna Capitals, die als einziger heimischer ICE-Club nicht eingemietet sind, sondern die Halle selbst betreiben, können auf die Unterstützung der Stadt setzen, reagieren mit Ticketaktionen und freuen sich auf eine Photovoltaik-Anlage.

"Mit der Betreibung der Halle hatten wir in den vergangenen drei Jahren keinen Glücksgriff. Mit Pandemie, Covid, tausend Probleme. Davor und danach war es aber ein Vorteil, weil du dein eigener Hausherr bist und Dinge wie Eiszeit oder Akademie leichter umsetzen kannst", erklärte Franz Kalla, General Manager der Vienna Capitals.

In der aktuellen Situation können sich die Capitals auf die Stadt Wien verlassen und stehen kurz vor Realisierung eines langjährigen Ansinnens. "In den nächsten Tagen oder Wochen" soll die Installierung einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach der Steffl-Arena in Kagran fixiert werden, erzählte Kalla. Die Anlage soll so viel Energie liefern, wie die Halle im Durchschnitt des Jahres braucht. "Das wäre ein Megaprojekt. Vorteil der Hallenkonstruktion ist, dass sie südseitig super ausgerichtet ist, auch mit der Dachfläche", sagte der Clubmanager.

Derzeit benötigt die Halle Strom, sie kommt ohne Gas aus, die Eiskühlung funktioniert mit Ammoniak. Da auch der Strompreis enorm gestiegen ist, springt die Stadt Wien ein und übernimmt die Mehrkosten. Kalla machen daher vielmehr die höheren Lebenskosten der Menschen und damit der potenziellen Zuschauer Sorge. "Wir haben nicht das wirtschaftliche Risiko, was die Energiekosten per se betrifft. Was uns mehr trifft, sind mögliche Einsparungen von Fans. Die Challenge ist, die Leute zurück in die Halle zu bringen", meinte er.

Kreative Ticket-Aktion

Damit ein Hallenbesuch nicht eingespart wird, sind die Caps moderat geblieben und kreativ geworden. "Wir haben keine Ticketpreise erhöht, im Gegenteil, viele Aktionen. Ein Ticket um fünf Euro, das ist eine leistbare Dimension. Es soll nicht jemand zu Hause bleiben, weil er es sich nicht mehr leisten kann", erklärte Kalla und sprach die gemeinsam mit der Wr. Städtischen gestarteten Aktion Caps4all an.

Mit solchen Angeboten wollen die Wiener erreichen, dass sie wieder möglichst nahe an die Zuschauerzahlen von vor Corona herankommen, als im Durchschnitt 5.200 bis 5.300 Zuschauer die Caps live verfolgten. "Wir kalkulieren mit weniger Einnahmen durch diese Ticketvergünstigungen, da kalkulieren wir mit einem ordentlichen Minus, hoffen aber, dass wir auf 4.500 bis 5.000 Zuschauer kommen", sagte Kalla.

Mehrkosten entstehen dem Verein auch durch den gestiegenen Benzinpreis und zusätzliche Hotelübernachtungen, auch weil die Liga im Westen expandierte (Asiago) und mit Znojmo und Bratislava zwei Vereine im Osten weggefallen sind. "Aber das ist eine Dimension, die man gut einschätzen kann", so der Caps-Manager.

Die Kosten der Mannschaft, so Kalla, liegen dagegen "unter dem Vorjahr. Wir sind vorsichtiger mit dem Geld umgegangen und haben versucht, eine Balance zu finden. Einsparen ja, aber es ist auch eine Frage des sportlichen Erfolgs, also wie weit man in der Saison kommt. Ich glaube, wir haben die Mannschaft verbessert und versuchen über sportlichen Erfolg, dass wir den wirtschaftlichen Erfolg sicherstellen".

(APA)