Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

StoP

Neues Projekt gegen Gewalt an Frauen

Das Gewaltpräventionsprojekt „StoP- Stadtteile ohne Partnergewalt“ wird nun auch im Bezirk Landstraße aufgebaut werden. Am Montag findet die Präsentation statt.

In Österreich ist jede fünfte Frau körperlicher Gewalt ausgesetzt. Jede dritte Frau hat eine Form von sexueller Belästigung erfahren, jede siebente Frau ist von Stalking betroffen. Monatlich werden etwa drei Frauen in Österreich ermordet.

Das besagen die Zahlen des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF), der Anfang 2019 das Pilotprojekt „StoP-Stadtteile ohne Partnergewalt“ erstmals in Österreich in Wien Margareten umsetzte, um der Gewalt gegen Frauen entgegenzuwirken. Ursprünglich stammt das Projekt aus Hamburg und wurde dort von Sabine Stövesand gegründet. Im Juni 2021 wurde es in Österreich auf 12 weitere Standorten ausgeweitet. Im selben Monat ein Jahr später folgte ein weiterer, flächendeckender Ausbau. Das Gewaltpräventionsprojekt kommt jetzt in zehn zusätzliche Bezirke und ist von nun an auch in allen Bundesländern mit insgesamt 25 Standorten vertreten.

Einer der neuen Bezirke ist der dritte. Genaue Details dazu werden im Rahmen einer Auftaktveranstaltung am Montag von Bezirksvorsteher Erich Hohenberger (SPÖ), Geschäftsführerin des AÖF, Maria Rösslhumer, und StoP-Koordinatorin vom Bezirk Landstraße, Stefanie Bernhofer präsentiert.

„Partnergewalt verhindern"

„Das Projekt StoP gibt es, um (häusliche) Gewalt an Frauen und Kindern, Partnergewalt sowie Femizide zu verhindern“, steht auf deren Homepage. Das Gewaltpräventionsprojekt setze dort an, wo häusliche Gewalt passiert: am Wohnort, in der Nachbarschaft. Nachbarn sollen im Rahmen des Projekts dazu ermutigt werden – etwa durch Plakate in den Bezirken – Zivilcourage zu zeigen und Partnergewalt nicht zu verschweigen oder zu dulden.

Dabei verfolge StoP einen neuen, innovativen Ansatz in der Gewaltprävention, der die bestehende Opferschutzarbeit mit der Gemeinwesenarbeit verbinde. „Obwohl das Ausmaß der Gewalt an Frauen erschreckend hoch ist, ist häusliche Gewalt und Partnergewalt immer noch ein sehr unsichtbares Problem. Das gesellschaftliche Tabu und fehlende Informationen hindern Betroffene darüber zu sprechen und sich Hilfe zu holen“, heißt es weiter von der Initiative.

StoP orientiert sich an der Methode des sogenannten Community Organizings, ein klassisches Konzept in der Sozialen Arbeit, bei dem, wie der Name schon sagt, die Gemeinschaft mithelfen soll. Diese Handlungsschritte reichen von der Stadtteileinrichtung, Sozialraumanalyse, Befragungen, dem Aufbau nachbarschaftlicher Aktionsgruppen (Frauen- und Männertische), nachbarschaftliche Netzwerke, dem Ausbau dieser Vernetzungen, der individuellen Unterstützung und personenzentrierten Netzwerkarbeit, bis hin zur Etablierung kontinuierlicher und kleinteiliger Beziehungs- und Organisierungsarbeit, sowie die Entwicklung politischer Bündnisse und politischer Forderungen.

Am Montag werden Einblicke in die aktuelle Situation von Gewalt in der Familie in Österreich erwartet sowie die Arbeit von StoP, und laut Aussendung „erste Übungen für mehr Zivilcourage in der Nachbarschaft“.