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Morgenglosse

Sinnlose Coronatestfälschungen

Die Justiz ermittelt im blauen Dunstkreis und auch gegen einen Nationalratsabgeordneten wegen gefälschten Covid-Zertifikaten. Das ist wenig verwunderlich.

Als Abgeordneter ist man besonders dazu aufgerufen, die Spielregeln und Gesetze des Staates zu respektieren und vorbildlich zu handeln. Selbst, wenn man manche Regeln vielleicht als wenig sinnvoll befindet. Wie wenig die FPÖ die Covid-Spielregeln mochte, machte Parteichef Herbert Kickl wütend schreiend bei Demonstrationen und im Parlament bei seinen Reden klar. Trotzig wie ein kleines Kind trugen FPÖ-Abgeordnete im Parlament keine Maske – während die restliche Bevölkerung dies (manchmal auch murrend) tat. Aus Solidarität mit vulnerablen Gruppen. Und auch, weil die Politik diese Regeln eben aufgestellt hat und nicht jeder tun kann, was ihm gerade beliebt. Eine gut funktionierende Gesellschaft basiert auf der Übereinkunft aller, Gesetze zu respektieren und zu befolgen. Darauf pochen übrigens die Law-and-Order-Blauen sonst besonders gerne.

Es ist nicht verwunderlich, aber verstörend, dass auf dem Handy des Ex-Nationalratsabgeordneten Hans-Jörg Jenewein etliche gefälschte Corona-Testzertifikate gefunden wurden. In dem Zusammenhang wird unter anderem gegen den FPÖ-Nationalratsabgeordneten Christian Hafenecker ermittelt. Er gehört zur lauten Anti-Coronaregeln-Fraktion und bescherte dem vergangenen U-Ausschuss bei der Afterparty einen Cluster. Die Justiz vermutet: Er soll Jenewein angestiftet haben, ein derartiges Zertifikat für ihn auszustellen. Er bestreitet das freilich und ortet eine politisch agierende Polizei – auch eine billige Argumentation, die immer dann von der FPÖ herangezogen wird, wenn es ungemütlich wird. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Eine derartige Tat wäre unsolidarisch, aber auch pubertäre Zeitverschwendung. Ein Covid-Zertifikat zu fälschen dauert nämlich mit Sicherheit länger als eine Minute lang zu gurgeln oder einen Abstrich zu machen. Wozu also dieser kindische Aufwand?