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5G Standalone

Ende der 5G-Stützräder: Drei startet 5G+

imago images/Cavan Images
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Der Startschuss für „echtes 5G“ ist gefallen: Ein Drittel aller Drei-Kunden können auf das neue Angebot zugreifen; inklusive neuer Tarife und garantierten Geschwindigkeiten.

Die Zeit für 5G-Stützräder sei vorbei, sagt Drei-CEO Rudolf Schrefl am Donnerstag bei der Vorstellung von 5G+. Der Mobilfunkstandard, der nun ohne Unterstützung von 4G funktioniert, ist ab sofort für 1,3 Millionen Haushalte verfügbar. Das entspricht einem Drittel der Drei-Kunden. Ob das 5G-Kernnetz bis in das eigene Zuhause funkt, kann auf der Drei-Homepage vorab geprüft werden. Fest steht: In Städten sind die Chancen höher, 5G+ nutzen zu können. Doch am Ende des Tages sind die neuen Tarife auch eine Preisfrage.

"Mit 5G+ bieten wir ab sofort mobiles Internet mit Bandbreiten-Garantie – nicht nur für Unternehmenskunden, sondern auch für Privatkunden Zuhause. Damit sind unsere Kunden in Österreich, aber auch in Europa und sogar weltweit die ersten, die in vollem Umfang vom neuesten Technologiestandard im Alltag profitieren", sagt der Drei-Chef.

Österreich ist mobil

Beim Kabel- oder Glasfaseranschluss ist in Österreich nach wie vor Luft nach oben. Knapp 80 Prozent der österreichischen Internetzugänge laufen über den Mobilfunk. Einerseits, weil der Ausbau - besonders im Vergleich zu den deutschen Nachbarn - hier sehr weit fortgeschritten ist. Andererseits auch, weil "Kabel oder Glasfaser-Anschlüsse vielerorts noch nicht verfügbar oder erschwinglich sind", betont Schrefl.

Tatsächlich haben sich die Preise zwischen mobilem Breitband und Festnetz-Internet aneinander angeglichen, wie der Internet-Monitor der österreichischen Regulierungsbehörde RTR zeigt. Bei Geschwindigkeiten von mehr als 100 MBit/s werden bei beiden Technologien knapp 40 Euro verrechnet.

(c) RTR

Home-Office, Distance Learning haben massive Auswirkungen auf das gesamte Datenvolumen in Österreich und LTE (4G) stößt damit allmählich an seine Grenzen: Immerhin kratzte Österreich im ersten Quartal 2022 bereits an einer Milliarde Gigabyte. „Mit 5G+ vervielfachen wir die Kapazität in unserem Netz und können sie jetzt in bester Qualität zum Kunden bringen", verspricht Matthias Baldermann, Chief Technology Officer (CTO) von Drei Österreich (Hutchison).

Der Vorteil von 5G Standalone

"5G+ ist das Ende von 5G mit Stützrädern", sagt Baldermann und fügt hinzu: "Bislang hat 5G mit der Unterstützung von LTE funktioniert." Doch damit sei jetzt zumindest für ein Drittel der Drei-Kunden Schluss. "5G+ ändert die Regeln der Datenautobahn", setzt Günter Lischka, Chief Commercial Officer von Drei nach. Und damit werden die vollmundigen Versprechen, die seit Jahren mit 5G in einem Atemzug genannt werden, Realität. Das heißt niedrige Latenzzeiten, bzw. Reaktionszeiten. Besonders Gamer dürfen sich hier freuen, aber auch Unternehmen, die bereits mit Augmented- und Virtual-Reality arbeiten.

Der spürbarste Unterschied wird wohl darin liegen, dass innerhalb einer Funkzelle viel mehr Menschen mit gleichbleibender Qualität versorgt werden können. Sind es bei 4G bzw. 5G maximal 100.000 Geräte pro Quadratkilometer, werden mit der nächsten vollwertigen Mobilfunkgeneration bis zu einer Million Geräte. Netzprobleme oder -ausfälle bei Großevents oder Silvester könnten hiermit bald der Vergangenheit angehören.

Bei den Geschwindigkeiten und den angekündigten Traumwerten gilt es, die Erwartungen ein wenig herunterzuschrauben: Um Maximalgeschwindigkeiten zu erhalten, muss tief in die Tasche gegriffen werden. Außerdem ist es aktuell auch noch eine Standortfrage. Sobald das Netz aber voll ausgebaut in Österreich verfügbar ist - was noch dauern wird - wird 5G aber sehr wohl schneller sein als "5G mit Stützrädern".

Der größte Vorteil in 5G+ ist das Network-Slicing: Zeiten, in denen Geschwindigkeiten von "bis zu xy-MBit/s" versprochen wurden und nur ein Bruchteil davon zu Hause ankam", können Mobilfunker nun diese auch wirklich garantieren. Das Mobilfunknetz kann nämlich in unterschiedliche Segmente getrennt werden. So kann das Netz für den Upstream einer Liveübertragung fix reserviert werden und der Rest den Besuchern zur Verfügung gestellt werden. Diese Funktion ist aber vor allem für Unternehmen von Interesse, da es bestimmten kritischen Bereichen wie einer Fernsteuerung von Maschinen eine fixe Bandbreite garantieren kann - der Rest wird aufgeteilt. Ein weiterer Vorteil, der sich erst langfristig bemerkbar macht: 5G braucht im Schnitt 20 Prozent mehr Strom, da parallel zwei Verbindungen mit unterschiedlichen Technologien aufgebaut wird.

(c) Drei

Für Privatkunden bleibt 5G+ wie jeder neue Mobilfunkstandard noch ein teurer Spaß: Der günstigste "Fix 5G+" Tarif startet bei 32 Euro (ohne Handyvertrag, 24-monatige Bindung) und bietet 100 MBit/s im Download und 15 MBit/s im Upload. Der 5G-Standalone-Router, der nötig wird, um das Angebot nutzen zu können, schlägt mit 90 Euro (Einmalzahlung) zu Buche. Hier arbeitet Drei mit ZTE zusammen und bietet einen Outdoor-Router, der, wie der Name schon sagt, auch am Balkon oder an der Fassade angebracht werden kann. Dadurch soll ein Signalverlust durch Wände und Fenster verhindert werden. Darüber hinaus werden zwei Mesh-Geräte zur Erweiterung der Wlan-Abdeckung in den eigenen vier Wänden zur Verfügung gestellt. Der teuerste und leistungsstärkste Tarif schlägt mit 50 Euro (ohne Vertrag) zu Buche und bietet 500 MBit/s im Download. In allen Datenverträgen wird das Volumen unlimitiert angeboten und auch nicht gedrosselt.

Zum Start bietet Drei eine reduzierte Aktivierungsgebühr von 20 statt 70 Euro. Die Servicepauschale von 27 Euro pro Jahr bleibt. Zudem haben bestehende Drei-Handyvertrags-Kunden die Möglichkeit, den Vertrag als Kombi-Vorteil abzuschließen.

Ob 5G+ überhaupt infrage kommt, klärt der Verfügbarkeits-Check auf der Drei-Homepage. In ersten Stichproben ist klar zu sehen, dass vor allem größere Städte gut ausgebaut sind. Man sei aber in ständigen Gesprächen mit den Gemeinden, um hier den Ausbau weiter voranzutreiben, erklärt Schrefl auf Frage der "Presse": "Auch wenn es hier noch viel Aufklärungsarbeit gibt. Vor allem in Bezug auf Förderungen herrschen oft Missverständnisse. Glasfaser- oder 5G-Ausbau stehen einander nicht im Weg. Das Gegenteil sei der Fall."

>>> Drei Verfügbarkeit und Tarife