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Berlin-Briefing

Ein neuer Soldat an der diplomatischen Front

Andrij Melnyk in der ARD-Talkshow hart aber fair im Studio Adlershof: Der streitbare Diplomat ist wieder in der Ukraine, sein Nachfolger kam am Montag in Berlin an.(c) IMAGO/Future Image (IMAGO/Thomas Bartilla)
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Andrij Melnyk, wohl einer der bekanntesten Botschafter im deutschsprachigen Raum, ist wieder in seiner Heimat, der Ukraine. Sein Nachfolger in Berlin hat ihm nicht nur das Twittern beigebracht – sondern dürfte eine der wichtigsten Beziehungen der europäischen Gegenwart neu kalibrieren.

Falls Sie sich für atmosphärische Feinheiten zwischen der größten Wirtschaftsmacht Europas (Deutschland) und dem gegenwärtigen Schicksalsland des Kontinents (der Ukraine) interessieren, sollten Sie auf Twitter einem Mann folgen. Der heißt Oleksii Makeiev und wird bald in Schloss Bellevue vom Bundespräsidenten als ukrainischer Botschafter akkreditiert. Am Montag kam er in Deutschland an – und forderte in einer Videobotschaft auf Twitter gleich einmal mehr Waffen für die Ukraine.

Im Ton klang er dabei erstmal etwas versöhnlicher als sein Vorgänger Andrij Melnyk, der sich gerne als „Soldat an der diplomatischen Front“ bezeichnete. Vor allem der in ihrem Russland-Bild schwankenden SPD galt der 47-jährige Melnyk als Gottseibuns, weil er der zögerlich wirkenden Kanzlerpartei in Talkshows, Interviews und eben auf Twitter die Meinung sagte. In die Geschichtsbücher der Undiplomatie könnte ein Tweet eingehen, in dem er den deutschen Kanzler Olaf Scholz eine „beleidigte Leberwurst“ nannte. Was das Twittern angeht sind Melnyk und sein Nachfolger schon mal für immer verbunden: Makeiev soll seinem Diplomatenkollegen im Jahr 2015 geholfen haben, seinen ersten Tweet zu senden. Der bekam fünf Likes.

„Mit Herzblut die Stimme der Ukraine"


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