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Warnsteik am Mercedes-Benz Werk in Berlin-Marienfelde
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Mitreden bei den Lohnverhandlungen: Hätten Sie Verständnis für Streiks?

In den Lohnverhandlungen gehen die Forderungen heuer weit auseinander. Was halten Sie für gerechtfertigt? Diskutieren Sie mit!

Am Donnerstag gehen die zähen Lohnverhandlungen der Metaller in die vierte Runde. Eine lange Nacht wird erwartet. Kommt es zu keiner Annäherung, steht die nächste Eskalationsstufe bevor: Am 7. November soll es dann dreistündige Warnstreiks geben.

Die Forderungen liegen derzeit noch weit auseinander: Die Gewerkschaften fordern 10,6 Prozent mehr Lohn und Gehalt sowie eine deutliche Anhebung der Lehrlingseinkommen. Die Industrie bietet 4,1 Prozent plus eine Erfolgsbeteiligung, das soll zusammen bis zu 6,3 Prozent mehr am Lohn- und Gehaltskonto bringen. Damit, so die Argumentation, wäre die Inflation der vergangenen zwölf Monate abgedeckt.

Aktuell liegt die Inflationsrate laut Schnellschätzung der Statistik Austria allerdings bei 11 Prozent. Das Ziel der Gewerkschaft ist es, Reallohnverluste um jeden Preis zu verhindern. Die schwierigen Metaller-Verhandlungen waren absehbar. Und auch in in anderen Branchen steuert man in Richtung Eskalation.

Nach einer ergebnislosen dritten Runde kommentierte „Presse"-Wirtschaftschef Gerhard Hofer: „Und es wird wohl ein Martinigansl werden, sprich Mitte November, bis die Sozialpartner zu einer Einigung kommen." Wie fett das Gansl für die Beschäftigten werden wird, bleibe abzuwarten. Jedenfalls wird es laut Hofer schwer im Magen liegen. „Denn die Industrie geht in Richtung Rezession, einige Branchen sind bereits mittendrin."

Mit einer „zerstörerischen Lust an der Eskalation“ tue man den Menschen nichts Gutes, so Hofer. Denn die würden nicht auf die Straße gehen wollen und „haben vor allem Lust auf Frieden, Besonnenheit, ja auf Sozialpartnerschaft im wahrsten Sinne des Wortes."

Mit Straßen-Protesten und teils rüden Beschimpfungen sorgte die Gewerkschaft bereits im September für Aufmerksamkeit. “Haut euch über die Häuser”, richtete damals ÖGB-Boss Wolfgang Katzian jenen aus, die Lohnzurückhaltung forderten. Daran erinnert„Presse"-Arbeitsmarktexpertin Jeannine Hierländer in einer Glosse Dies sei der falsche weg: „Denn die Beschäftigten haben mehr davon, wenn rasch ein vertretbarer Lohnabschluss gefunden wird, als wenn Österreich mit einem Generalstreik in die nächste Krise gestürzt wird.“ Nachsatz: „Und das sollten sich übrigens auch die Arbeitgeber zu Herzen nehmen."

Apropos: Auch die Kollektivvertragsverhandlungen im Handel (die Abschlüsse sind hier tiefer als bei den Metallern) gehen in die zweite Runde. . Die Gewerkschaft GPA ist mit einer Forderung nach einem Lohn- und Gehaltsplus von zehn Prozent gestartet. Handelsverband-Chef Rainer Will sprach vorab im Interview mit David Freudenthaler über die angespannte Lage bei den Arbeitgebern: "Jeder zweite Händler wird heuer Verluste machen“. Und weiter: „Wir haben keine Goldesel in den Filialen stehen. Wenn wir Energiekosten haben, die sich vervielfachen und auch die Personalkosten unfassbare Dimensionen annehmen, gleichzeitig aber die Umsätze wegbrechen, dann ist das eine Schere, die wir nicht mehr überwinden können."

(sk)

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