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Interview

Albertina-Direktor Schröder: „Tauben füttern im Beserlpark liegt mir nicht“

Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder beim Interview in seinem Büro in der Albertina: Ihm fielen schon „beste Köpfe“ ein, die ihm nachfolgen könnten.Die Presse/Clemens Fabry
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Klaus Albrecht Schröder wird sich nicht erneut für die Direktion der Albertina bewerben, die demnächst ausgeschrieben wird. Wer ihm nachfolgen soll? Der beste Kopf, natürlich. Vorher will er noch das Essl Museum revitalisieren.

Die Presse: Das wirkt fast schon wie ein Abschiedsinterview. Sie werden sich bei der Ausschreibung nicht mehr bewerben, sagen Sie?

Klaus Albrecht Schröder: Ja. Aber zwei volle Jahre habe ich noch und in diesen werde ich das Haus mit Feuereifer und hoffentlich weiter so erfolgreich durch alle Krisen führen, die wir seit drei Jahren erleben. Mein Vertrag läuft noch bis Ende 2024, es werden dann fünf mal fünf Jahre gewesen sein.

Die Szene war doch überrascht, dass Sie nicht noch weitere fünf Mal fünf Jahre machen, man kann Sie sich gar nicht anders vorstellen als an der Spitze der Albertina.

Vor allem kann ich es mir selbst kaum anders vorstellen, das macht mir ein bisschen Sorge. Dass ich im 70. Lebensjahr in das übertreten werde, was man den Ruhestand nennt, beschäftigt mich schon. Ich neige nicht dazu, im Beserlpark zu sitzen und Tauben zu vergiften oder zu füttern. Aber so ist es nun einmal. Ich habe mich dazu entschieden, es freiwillig und in völliger Autonomie zu machen. Nicht, weil ich erschöpft bin oder glaube, die großen Herausforderungen der nächsten Jahre nicht zu kennen. Sie liegen mir durchaus vor Augen. Aber andere können diese genauso bewältigen wie ich. Als längstdienender Albertina-Direktor, nach einem Vierteljahrhundert hier, nach neun Kulturministern und Bundeskanzlern, ist es auch gut, wenn es einmal vorbei ist, und man das Haus wohlbestallt in andere Hände legen kann.