Umwelt

Biodiversität schaffen und fördern

Feldstudien sind Teil der Ausbildung zum Ökosystemwissenschaftler, im Bild Exkursion der Uni Innsbruck.
Feldstudien sind Teil der Ausbildung zum Ökosystemwissenschaftler, im Bild Exkursion der Uni Innsbruck.Leopold.Füreder
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Wer den Werdegang des Ökosystemwissenschaftlers wählt, hat ein weites Betätigungsfeld. Menschengemachte Disbalancen im Ökosystem sorgen für reichlich Arbeit.

Die nicht immer Segen stiftenden Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Umwelt schafften das relativ junge Forschungsfeld der Ökosystemwissenschaft. Diese versucht, Folgen abzuschätzen, und erarbeitet Lösungsansätze. Um diesem gefragten Berufsstand anzugehören, empfiehlt es sich, erst ein Bachelorstudium in Biologie zu absolvieren und sich dann im Zuge eines Masterstudiums der Studienrichtungen Ökologie oder Biologie durch gezielte Wahl der Module weiter zu qualifizieren. Manche Universitäten bieten auch spezialisierte Studiengänge an, wie die Universität Wien mit dem Master Ecology and Ecosystems.

Interesse an Natur

Für Michael Schagerl, Vizestudienprogrammleiter am Biologischen Institut der Universität Wien, ist Begeisterung für die Natur Grundvoraussetzung für den erfolgreichen Werdegang zum Ökosystemwissenschaftler. „Da in dem Studium unter anderem Ökosystemprozesse gelehrt werden, sind vernetztes Denken und Neugier, über den eigenen Tellerrand zu schauen, ebenfalls von Vorteil“, nennt Schagerl weitere notwendige Eigenschaften. In der Ökologie würden Zusammenhänge zwischen Umwelt und Organismengruppen und deren Interaktionen studiert, erklärt der Experte. „Ökologie ist eine interdisziplinäre Wissenschaft. Wir widmen uns dem gesamten Spektrum von Mikroben bis hin zu hoch entwickelten Organismen.“ Diese Diversität würde im Übrigen auch für die betrachteten Habitate gelten, die von heißen Tiefseequellen über tropische Systeme bis hin zu hochalpinen Regionen reichen.

Schagerl sieht die Absolventen dieses Masterstudiums dem breiten Einsatzgebiet zum Trotz wohlgewappnet: „Wir bieten eine fundierte organismische und ökosystembasierte Ausbildung, die von Laborexperimenten unter kontrollierten Bedingungen über Monitoringflächen bis hin zu Feldstudien reicht.“ Auch habe die Universität Wien international anerkannte Wissenschaftler aus verschiedensten Disziplinen, die in das Ökologiestudium eingebunden seien und ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben würden. „Im Studium werden State-of-the-Art-Technologien eingesetzt, um Studierende optimal auf berufliche und wissenschaftliche Herausforderungen vorzubereiten“, sagt Schagerl. Das Masterstudium Ecology and Ecosystems findet komplett in englischer Sprache statt, das erleichtert laut Schagerl nicht nur den Eintritt in die Wissenschaft, zusätzlich profitierten auch Studierende, deren Muttersprache nicht Deutsch ist.

Hohe Relevanz

Die gesellschaftliche Relevanz des Berufs des Ökosystemwissenschaftlers bewertet Schagerl sehr hoch: „Die Themen Klimawandel, invasive Arten und Artensterben sind in allen Gesellschaftsschichten angekommen.“ Darüber hinaus würden in der Ökologie auch die Auswirkungen von freigesetzten synthetischen Stoffen, wie etwa Mikroplastik oder Hormonen, auf Organismen untersucht.

Leopold Füreder vom Institut für Ökologie der Universität Innsbruck misst dem Berufsstand ebenfalls viel Bedeutung bei: „Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen stellen die Ökosystemwissenschaften wesentliche Forschungsergebnisse und Fakten zur Lösung komplexer Probleme zur Verfügung.“ Er nennt hier exemplarisch die Auswirkungen der Umweltveränderungen, die Biodiversitätskrise sowie die Energiekrise.

Die Universität Innsbruck bietet das Masterstudium Ökologie und Biodiversität an, das von Wissenschaftlern unterschiedlichster Richtungen gestaltet wird, die das Themenfeld von der genetisch-molekularen Ebene über die Organismen, also Mikroben, Pilze, Pflanzen und Tiere, bis zur Landschaftsebene betrachten. „Die Studien der Universität Innsbruck sind forschungsgeleitet, stellen also grundlegende Konzepte und Lehrmeinungen immer in einen aktuell relevanten Forschungszusammenhang“, sagt Füreder. Die Forschungsgruppen der involvierten Institute arbeiteten in den Alpen, von den Vorländern und Tälern bis ins Hochgebirge, in der Arktis, der Antarktis sowie den Tropen. „So ist einerseits eine breite Ausbildung der Studierenden sichergestellt, andererseits aber auch eine Vertiefung und Spezialisierung in den verschiedenen Ebenen und Disziplinen ermöglicht“, erklärt Füreder.

Viele Einsatzmöglichkeiten

An Beschäftigungsmöglichkeiten mangelt es den Absolventen Füreder zufolge nicht: „Internationale und nationale Institutionen und Verwaltungen, die sich mit Umweltschutz, Naturschutz, Gewässerschutz, Landnutzung und Regionalentwicklung oder mit den vielfältigen anthropogenen Nutzungen unserer Natur beschäftigen, haben alle Ökosystemwissenschaftler eingestellt.“


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