Interview

Regisseure der Oper "Ulisse": Wie Odysseus zerbricht

„Wir wollen Nicht falsch stilisieren“: Sergio Morabito und Jossi Wieler in der Staatsoper.(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)
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„Diese Oper dreht sich um Fremdheit“: Jossi Wieler und Sergio Morabito über ihre Inszenierung von Monteverdis „Il ritorno d'Ulisse in patria“ an der Wiener Staatsoper. Premiere ist am 2.April.

Mit dem heimkehrenden Odysseus wird die Monteverdi-Trilogie der Staatsoper vollendet: Auf „L'incoronazione di Poppea“ und „L'Orfeo“ folgt am 2. April die Premiere der Oper „Il ritorno d'Ulisse in patria“. Während die Staatsoperndirektion im Sinn musikalischer Stringenz alle drei Stücke in die Hände von Dirigent Pablo Heras-Casado gelegt hat, wollte sie bei der Regie unterschiedliche Handschriften. Jan Lauwers inszenierte die „Poppea“, Tom Morris „L'Orfeo“. Nun setzt man auf Jossi Wieler und Sergio Morabito. Von diesem Duo war an der Staatsoper schon „Das verratene Meer“ von Hans Werner Henze zu sehen, man kennt es für seine subtile, eng am Text liegende Arbeit.

Was wollte es mit „Il ritorno d'Ulisse in patria“? „Schmerzpunkte entdecken, die Homer so nicht erzählt hat – und den alten Mythos auf seine Widersprüche hin abtasten“, sagt Morabito: „Uns geht es um einen neuen Blick auf die alte Geschichte.“ Wichtig sei ihnen „die menschliche, psychologische Seite“, ergänzt Wieler: „Monteverdis Oper stellt – anders als Homers Heldenepos – menschliche Zerbrechlichkeit in den Mittelpunkt.“


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