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"Deutsch zuerst": Westerwelle widerspricht Erdogan

Deutsch zuerst Westerwelle widerspricht
"Deutsch zuerst": Westerwelle widerspricht Erdogan(c) EPA (HENNING KAISER)
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Türkische Kinder in Deutschland sollten zuerst Türkisch lernen, sagt Premier Erdogan in Düsseldorf. Der deutsche Außenminister widerspricht. Die deutsche Sprache sei der Schlüssel zur Integration.

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat sich mit einer Rede in Düsseldorf Kritik des deutschen Außenministers Guido Westerwelle eingehandelt. Westerwelle widersprach am Montag Erdogans Forderung, Kinder aus türkischen Familien in Deutschland sollten zuerst ihre Muttersprache lernen.

"Deutsch ist Schlüssel zur Integration"

"Die Kinder, die in Deutschland groß werden, müssen zuallererst Deutsch lernen", erklärte der Außenminister. Ohne die deutsche Sprache kämen sie in der Schule nicht mit und hätten später schlechtere Chancen als andere. "Die deutsche Sprache ist für die, die in Deutschland groß werden, der Schlüssel zur Integration", betonte Westerwelle.

Erdogan hatte seine in Deutschland lebenden Landsleute am Sonntagabend bei einem Auftritt in Düsseldorf zur Integration aufgerufen, sich aber erneut gegen eine kulturelle Verschmelzung ("Assimilation") gewandt. "Niemand wird in der Lage sein, uns von unserer Kultur loszureißen", sagte Erdogan. "Unsere Kinder müssen Deutsch lernen, aber sie müssen erst Türkisch lernen."

Am Montag bekräftigte Erdogan in einem RTL-Interview noch einmal seine Positionen: "Die Menschen aus meinem Land müssen sich in die deutsche Gesellschaft integrieren, das ist ein Muss", sagte Erdogan dem Sender. Deutschland müsse aber auch Sprache, Religion und Kultur der hier lebenden Türken respektieren.

"Erst Muttersprache, dann Zweitsprache"

Türkische Kinder in Deutschland müssten die Möglichkeiten haben, Türkisch zu lernen, um anschließend "gut Deutsch lernen zu können". "Also, erst die Muttersprache, dann die Zweitsprache, das ist der Weg", sagte Erdogan. Mit einer ähnlichen Position hatte er schon bei seinem Deutschlandbesuch vor drei Jahren Streit ausgelöst.

(Ag.)