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Expertin: Alterung 'wahre Achillesferse' der US-Finanzen

Expertin Alterung wahre Achillesferse
(c) Reuters (Jo Yong hak)
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Die USA müssen ihre Haushaltsprobleme rasch lösen. Sonst drohe früher oder später eine Anleihenkrise, warnt eine Société Générale-Ökonomin.

Wenn die US-Haushaltsprobleme nicht rasch gelöst würden, drohe den USA früher oder später eine Anleihenkrise, warnt Société Générale-Ökonomin Aneta Markowska einem "Financial Times Deutschland"-Bericht zufolge. Erste entsprechende Warnsignale gibt es bereits. So kletterte die Rendite für zehnjährige US-Staatsanleihen in den vergangenen vier Monaten um fast einen Prozentpunkt nach oben.

Markowska ist nicht die erste warnende Stimme. US-Ökonom Barry Eichengreen hatte bereits Anfang Jänner gesagt, dass Amerika maximal fünf Jahre blieben, um den Haushalt in Ordnung zu bringen, "sonst werden die Finanzmärkte die USA ins Visier nehmen wie Griechenland" ("DiePresse.com" berichtete unter dem Titel "USA droht griechisches Schicksal"). "Ich denke nicht, dass dies bereits 2011 passieren könnte, auch nicht unbedingt 2012 - aber nicht viel später, wenn Washington nichts tut", sagte der Ökonom damals.

Geithner warnt vor "Jahrzehnten des Leidens"

Zuvor hatte bereits US-Finanzminister Timothy Geithner eine Zahlungsunfähigkeit des Landes ins Spiel gebracht. Der Kongress müsse ein Gesetz zum Schuldenmachen absegnen, anderenfalls steuerten die USA und die Weltswirtschaft auf "Jahrzehnte des Leidens" zu. Demokraten und Republikaner feilschen daher momentan um ein Sparprogramm, das den Staatsbetrieb am Laufen hält, wie "Die Presse" berichtete. Nun bleiben nicht einmal zwei Wochen Zeit für einen Kompromiss. Die USA (inklusive der Bundessstaaten) haben mittlerweile Schulden in der Höhe von 95 Prozent des Bruttoinlandprodukts angehäuft.

"Die aktuellen Budgetprojektionen zeigen, dass die USA in den nächsten Jahren einem großen Risiko einer Ratingherabstufung gegenüberstehen, solange nicht die Staatsfinanzen reformiert werden", sagt Markowska laut "FTD"-Bericht. Die Ratingagentur Moody's hatte bereits Ende Jänner eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA auf mittlere Sicht nicht ausgeschlossen. Als einen Grund nannte die Agentur die Verlängerung von Steuererleichterungen aus der Amtszeit von Ex-Präsident George W. Bush.

"Das ist die wahre Achillesferse"

Das Congressional Budget Office (CBO) rechnet daher mit einem Ansteigen der Regierungsschulden bis 2050 auf 300 Prozent des BIP, sollten Reformen ausbleiben. Aber selbst wenn die Steuererleichterungen aus der Ära Bush auslaufen, dürften die Schulden auf 125 Prozent anwachsen: Denn laut Markowska werden die Defizite ab 2020 wieder steigen, weil die Bevölkerung dann zu altern beginne: "Das ist die wahre Achillesferse der öffentlichen Finanzen in den USA".

Zwar verläuft die Alterung der US-Gesellschaft im Vergleich zu anderen Industrieländern relativ langsam, begründet durch hohe Geburtenraten und eine stetige Einwanderung. Um das Jahr 2020 herum wird jedoch das massenweise Ausscheiden der "Baby Boomer" aus dem Erwerbsleben nicht nur die Gesellschaft, sondern auch die Wirtschaft des Landes vor große Herausforderungen stellen.

(Red.)