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Anleihen: Österreich zahlt deutlich mehr als Deutschland

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(c) EPA (Karl-josef Hildenbrand)
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Paris hat sein "AAA" an den Märkten längst verloren, sagt ein französischer Experte. Auch für Österreich schaut es nicht rosig aus.

Nach Ansicht des früheren Präsidenten der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD), Jacques Attali, hat Frankreich ungeachtet seiner Sparpläne sein Top-Rating am Kapitalmarkt längst verloren. "Machen wir uns nichts vor: Auf den Finanzmärkten haben die Schulden schon kein AAA mehr", betonte der Ex-Berater des damaligen Präsidenten Francois Mitterrand in einem Gespräch mit dem französischen Wirtschaftsblatt "La Tribune". Er bezog sich dabei auf den Zinsaufschlag für zehnjährige französische Staatsanleihen, die mittlerweile gegenüber den deutschen etwa 1,5 Prozentpunkte höher sind. Frankreich gilt schon länger als größter Wackelkandidat unter den AAA-Ländern.

Hierzulande sieht die Situation derzeit übrigens ähnlich aus. Nachdem Österreichs Staatsanleihen lange als sicherer Hafen galten, liegt der Abstand zu deutschen Papieren ebenfalls bei 1,5 Prozentpunkten. Damit hat Österreich bereits jenen Wert hinter sich gelassen, der im Februar 2009 auf dem Höhepunkt der Krise verzeichnet worden war.

Anstieg seit Mitte August

Der "Österreich-Aufschlag" ist bereits seit Mitte August drastisch angestiegen, heißt es in einer Raiffeisen-Analyse. Damit hebt sich Österreich klar vom niederländischen oder finnischen Spread ab. Die beiden AAA-Länder werden

aufgrund ihrer ähnlichen Größe und Struktur häufig als Vergleichsmaßstab herangezogen.

In der derzeitigen Bewertung spiegle sich nicht nur die Sorgen rund um die Italien-Krise wider, sagen die Analysten. Auch mögliche Belastungen aus Osteuropa werden befürchtet - und nicht zuletzt die Möglichkeit, dass ausgelagerte Schulden (ÖBB, Asfinag, etc.) den Staatsschulden zugerechnet werden könnten.
Erst am Mittwoch warnte IHS-Chef Felderer davor, dass Österreich seine Top-Bonität verlieren könnte.

>>> Welche Länder noch ein AAA-Rating besitzen

(Ag./Red.)