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Hainburg und Bacherpark als Vorbild

(c) Dpa-Zentralbild/Jens Büttner (Jens B�ttner)
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Mehr als 50 Bürgerinitiativen kämpfen in Wien für die unterschiedlichsten Anliegen. Sie werden durch Hainburg und die Angst um Lebensqualität motiviert.

Wien/Stu. Ihr Vorbild ist Hainburg. Es ist das Symbol für einen Erfolg, bei dem eine breite Bürgerbewegung ein „von oben“ verordnetes Projekt erstmals zu Fall gebracht hat.

Heute kämpfen mehr als 50Bürgerinitiativen Wien-weit für ihre Anliegen. Neben Hainburg nennen viele Mitglieder von Bürgerinitiativen Behördenwillkür, mangelnde Einbindung bei Projekten und die Angst um ihre Lebensqualität als Grund, warum sie sich engagieren. Eine besondere Stellung bei den Wiener Bürgerinitiativen nimmt der Erfolg im Bacherpark ein. Dort wurde 2006 mit einer Besetzung das Ende eines geplanten Garagenprojekts eingeleitet, indem eine Anrainerabstimmung erzwungen wurde – trotz heftiger Gegenwehr der Stadtregierung. Zu sehen, dass Veränderungen möglich sind, motiviert noch heute viele Bürgerinitiativen. Wobei der Bacherpark auch auf einer zweiten Ebene nachwirkt. Die damalige Anführerin, Herta Wessely, hat nach ihrem Erfolg die Aktion 21 gegründet – eine Protestplattform, die neue Bürgerinitiativen organisatorisch unterstützt.

Neben dem Widerstand bei den Steinhofgründen zählt die geplante Tiefgarage unter der Geblergasse in Hernals zu den aktivsten Protestbewegungen in Wien. Dort wehren sich Schüler und Elternvertreter gegen die Garage unter dem Schulhof. Selbst nachdem eine Befragung knapp für die Garage ausgegangen ist, ist der Protest nicht abgeflaut. Dabei werden die Schüler von Prominenten wie Roland Düringer unterstützt.

Ebenfalls konfliktreich geht es in Stammersdorf beim Heeresspital zu. Dort sollen fast 1000 neue Wohnungen entstehen – obwohl auf diesem Areal eine Kolonie von geschützten Zieseln wohnt. Die IGL-Marchfeldkanal kämpft nun gegen die Wohnungen, und für die Ziesel. Und auch im Augarten hat der Protest gegen die Sängerknaben-Konzerthalle nicht nachgelassen. Vor der Baustelle gibt es weiterhin ein Widerstandscamp.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.12.2011)