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Europas teure Reparatur

Symbolbild
(c) EPA (KARL-JOSEF HILDENBRAND)
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Steuerzahler, Konsumenten, Investoren und Sparer müssen 5100 Mrd. Euro an überflüssigen Schulden der Eurozone tilgen, sagt die Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG) in der Studie „Fixing the Euro-Zone“.

Wien/Auer. Die Beruhigungs-Milliarden der Zentralbanken, die Rettungsschirme der EU, der späte Schuldenschnitt für Griechenland. All das reicht nicht aus, um das Dilemma der Eurozone zu lösen, sagt die Beratungsfirma Boston Consulting Group (BCG). 5100 Milliarden Euro an überschüssigen Schulden hätten die Regierungen (3700 Mrd.) und Unternehmen (1400 Mrd.) in der Eurozone angehäuft. Tilgen werden sie Steuerzahler, Konsumenten, Sparer und Investoren, erwarten die Autoren der Studie „Fixing the Euro-Zone“.

Am billigsten kämen sie dabei noch davon, würden die 5,1 Billionen Euro an überflüssigen Altschulden in einem zentralen Tilgungsfonds zusammengefasst. Angeschlagene Euroländer könnten sich dann über die Ausgabe gemeinsamer Eurobonds günstiger refinanzieren. 20 Jahre lang müssten die Staaten rund 2,4 Prozent der Wirtschaftsleistung für die Rückzahlung der Schulden aufbringen und gleichzeitig „strukturelle Reformen“ durchführen, um Staaten wie Griechenland oder Spanien wieder wettbewerbsfähig zu machen. Doch selbst dann wäre der Schuldenüberhang nicht abgebaut, schätzen die Autoren. Gläubigerländer sollten sich daher darauf vorbereiten, in jedem Fall Geld zu verlieren.

Inflation, Steuer, Kapitalkontrolle

Um die Rechnung zu begleichen, braucht es nach Ansicht der Unternehmensberatung niedrige Zinsen, eine hohe Inflation und eine Steuer auf Finanzvermögen von 1,2 Prozent im Jahr. Um institutionellen Investoren und Sparern die Kapitalflucht ins Ausland zu erschweren, müssten Kapitalkontrollen aufgebaut werden, um sie zu zwingen, ihr Geld zu schlechten Zinsen in der Eurozone anzulegen.