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Austro-Islamist: 'Komme als Löwe Allahs aus dem Gefängnis'

Austro-Islamist Mohamed Mahmoud
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Mahmoud behauptet in einem von deutschen Islamisten veröffentlichten Interview, vor seiner Festnahme in der Türkei bereits in Syrien gewesen zu sein.

Im Internet ist eine neue Botschaft des Austro-Islamisten Mohamed Mahmoud aufgetaucht. Eine deutsche Islamisten-Gruppe hat nach eigenen Angaben ein Telefoninterview mit dem in türkischer Haft sitzenden 27-Jährigen geführt. Das Video dazu wurde am Montag auf YouTube veröffentlicht.

Mahmoud behauptet darin, er sei nicht wie von Medien berichtet auf dem Weg nach Syrien an der türkischen Grenze verhaftet worden. Er sei vielmehr einige Wochen zuvor aus Syrien in die Türkei gekommen, „um einige Sachen zu erledigen". Dann sei er vom „türkischen Geheimdienst" in der Grenzprovinz Hataj verhaftet worden.

Die Haftbedingungen in der Türkei nennt der Islamist „tausend Mal besser als in der sogenannten freien Welt". Er sei kein einziges Mal geschlagen worden - „im Gegensatz zu Österreich, wo ich hunderte Male geschlagen wurde."

"Wandert aus, rückt aus!"

Er und seine Mitstreiter seien als „Löwen Allahs" ins Gefängnis gekommen und würden auch als solche hinauskommen, ruft Mahmoud in dem Video. Der Großteil des 20-minütigen "Interviews" ist ein Monolog, in dem der 27-Jährige gegen die „schmutzige" Gesellschaft im Westen wettert und an seine dort lebenden „Geschwister" appelliert: „Koffer zusammenpacken und verschwindet! Wandert aus, rückt aus! Schaut wie eure Geschwister in Syrien leiden".

Mitte März hatte Mahmoud in einem Video zu Anschlägen in Österreich aufgerufen und seinen österreichischen Pass zerrissen und verbrannt. Kurz darauf wurde er in der Türkei mit gefälschten libyschen Papieren verhaftet. Es wurde vermutet, dass er sich auf dem Weg nach Syrien befand, um sich islamistischen Rebellengruppen im Bürgerkrieg anzuschließen. Die Staatsanwaltschaft Wien hat seine Auslieferung beantragt.

Mahmoud war bereits 2009 zu vier Jahren Haft wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung verurteilt worden. 2011 wurde er aus der Haft entlassen und wanderte nach Deutschland aus. Als ihm dort die Ausweisung drohte, setzte er sich nach Ägypten ab. In seinen Videobotschaften tritt Mahmoud unter dem Pseudonym „Abu Usama Al-Gharib" auf.

Zur Person

Geburt: Mohamed Mahmoud wurde am 18. Juni 1985 als Sohn ägyptischer Eltern in Wien geboren. Sein Vater war in seinem Herkunftsland Mitglied der damals noch verbotenen Muslimbruderschaft – auch in Wien war er als Prediger tätig.
Islamische Jugend: 2005 gründete Mohamed Mahmoud eine eigene Jugendorganisation und rief unter anderem zum Boykott von Wahlen auf. Die Islamische Glaubensgemeinschaft erkannte die Organisation nie an und ging auf Distanz.
Drohvideos: Als 2007 Videos auftauchten, in denen Österreich und Deutschland bedroht wurden, nannte er sich in einem ORF-Report (verdeckt) Mitglied der Global Islamic Media Front, die hinter den Videos steckte.
Verhaftung: Im September 2007 wurden er und seine damalige Lebensgefährtin verhaftet. Ein Gericht verurteilte ihn zu vier Jahren Haft wegen Bildung und Förderung einer terroristischen Vereinigung. Nach Absitzen der Strafe emigrierte er nach Deutschland, als ihm dort die Ausweisung drohte, setzte er sich nach Ägypten ab. Im April wurde Mahmoud in der Türkei verhaftet.

(kron)