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"Sei's drum": ÖVP-Jank offen für Gesamtschule

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Seis drum oeVPJank offen(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)
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Die Wiener Listenerste kann sich die Gesamtschule vorstellen, wenn es ein Wunsch der Bevölkerung sei. Es gehe aber in erste Linie um die Inhalte.

Und schon wieder ist da jemand in der ÖVP, der sich die Gesamtschule vorstellen kann: Nach den Landeschefs von Vorarlberg, Salzburg und Tirol ist es nun die Wiener Wirtschaftskammer-Chefin Brigitte Jank, auf dem ersten Wiener ÖVP-Listenplatz für die Nationalratswahl. Wenn die Gesamtschule ein Wunsch der Bevölkerung sei, "dann sei's drum", sagte Jank in einem APA-Interview. Dies - also die äußere Form - mache die Schule aber nicht aus. Es gehe vielmehr um die Inhalte.

Insgesamt sorgt sich die angehende Parlamentarierin darum, was Schule zu leisten habe. Sie hatte zuletzt zuletzt wiederholt von Unternehmerklagen berichtet, wonach Pflichtschulabgänger oft schlecht ausgebildet sind. Wichtig seien ein vielfältiges Angebot, eine Stärkung der individuellen Fähigkeiten der Schüler, gute Lehrer und eine Verbesserung der technischen Infrastruktur - die sei in vielen Schulen derzeit "jenseitig".

Oxonitsch: "Ein kleines Licht"

Wiens Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) applaudierte umgehend: "Es freut mich sehr, dass auch in der Wiener Volkspartei langsam vorsichtige Stimmen für eine grundlegende Reform des Bildungssystems laut werden. Damit kommt ein kleines Licht am Ende des Tunnels der VP-Blockadehaltung bei Bildungsfragen in Sichtweite", befand Oxonitsch.

Der Wiener ÖVP-Chef Manfred Juraczka indes relativierte alsbald: Am "grundsätzlichen Bekenntnis" zu einem differenzierten Schulsystem werde sich nichts ändern. "Eine Gleichmacherei durch die Gesamtschule, so wie es Rot und Grün vorschwebt, lehnen wir ab." Letztendlich gehe aber es nicht um Überschriften, sondern in erster Linie um die Inhalte.

Westen für Gesamtschule

Immer wieder äußern sich ÖVP-Politiker - entgegen der offiziellen Parteilinie von Michael Spindelegger - für die Gesamtschule. In Tirol, Vorarlberg und Salzburg haben die drei schwarzen Landeschefs nun sogar Schulversuche bzw. Forschungsprojekte zur gemeinsamen Schule der Zehn- bis 14-Jährigen geplant. An der offiziellen ÖVP-Linie ändert das allerdings nichts.

(APA/Red.)